Mönchengladbach: Gutes Jahrzehnt auf dem Arbeitsmarkt

Mönchengladbach : Gutes Jahrzehnt auf dem Arbeitsmarkt

Die Grünen haben WFMG und EWMG für einen vermeintlich geschönten Blick auf die Arbeitslosenstatistik kritisiert. Eine Analyse der vergangenen zehn Jahre zeigt aber: Alle Kurven verlaufen, von Ausschlägen abgesehen, positiv.

Im vergangenen Jahrzehnt hat sich der Arbeitsmarkt in Mönchengladbach gut entwickelt. Die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt sank von Ende 2004 bis Ende 2014 von 17.865 auf 13.910. Die Arbeitslosenquote fiel im selben Zeitraum von 13,9 (zwischenzeitlich sogar 14,9) auf 10,5 Prozent. Die Zahl der Langzeitarbeitlosen sank von Ende 2007 (für die Jahre 2004 bis 2006 konnten aufgrund eines Neuaufbaus der Statistik und einer damit verbundenen rückwirkenden Revision keine Daten ermittelt werden) von 8561 auf 5507.

All das geht aus Zahlen der Agentur für Arbeit hervor, die die Rheinische Post hat ermitteln lassen. Und auch bei der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zeigt die Kurve seit Jahren konstant nach oben. 1992 waren es noch 93.925, Mitte der 2000er war der Wert unter die 80.000er-Marke gesunken. Für Mitte dieses Jahres prognostiziert die Wirtschaftsförderung (WFMG) den lange nicht mehr für möglich gehaltenen Sprung zurück über die 90.000.

Gleiches gilt auch für den Nordpark. Auch hier entstehen weiter Arbeitsplätze. Foto: Ulrich Zillmann

Wichtig bei all diesen Zahlen: Selbstverständlich sorgen so unterschiedliche Einflüsse wie konjunkturelle Entwicklungen, unternehmerische Entscheidungen (wie der Abzug von Schlafhorst), Insolvenzen und Ansiedlungen, saisonale Schwankungen sowie demografische Faktoren für Ausschläge mal in die eine, mal in die andere Richtung.

Deswegen ist der Blick auf die Entwicklung über einen längeren Zeitraum so wichtig. Und der zeigt eben: Die Zahl der Arbeitslosen mag von 2011 bis 2013 wieder jährlich angestiegen sein, dennoch ist der Gesamttrend erfreulich. 2014 wurde der drittniedrigste Wert im vergangenen Jahrzehnt erreicht, trotz aller Abschwung-Unkenrufe, und besonders in den letzten Monaten waren die Entwicklungen deutlich positiv.

Ähnliches gilt im Prinzip für die Arbeitslosenquote: Nur 2010 lag sie im letzten Jahrzehnt mit 10,3 Prozent am Jahresende noch niedriger als 2014. Kurzum: Eine einstellige Quote, ein weiterer Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit (Bestwert im letzten Jahrzehnt: 5088 im Jahr 2010) und ein weiterer Aufbau der Beschäftigung sind für 2015 greifbar.

Im Nachgang des Neujahrsempfangs von WFMG und EWMG (Entwicklungsgesellschaft) hatten die Grünen den Außenauftritt der Gesellschaften um ihren Geschäftsführer Dr. Ulrich Schückhaus kritisiert. "Das Fatale an dieser Kommunikationsstrategie der EWMG ist, dass sie Erfolge suggeriert, die gar keine sind", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Boris Wolkowski.

Als ein Beispiel nannte er den Neubau der Santander-Bank im Nordpark. "Was leider unerwähnt bleibt, ist, dass am neuen Standort lediglich bisher schon in Mönchengladbach Beschäftigte zusammengezogen wurden", sagte Wolkowski weiter.

Es sei bei der Bewältigung des Strukturwandels wenig hilfreich, wenn bestimmte Entwicklungen als Erfolge deklariert werden, "die aber durch die Wirklichkeit relativiert, sich als unwahr und damit als wenig überzeugend darstellen", so Wolkowski.

Als weiteren Beleg dafür verwies der Grünen-Ratsherr auf Schückhaus' Ausführungen beim Neujahrsempfang, die Arbeitslosenquote in Mönchengladbach habe sich im Jahr 2014 deutlich positiv entwickelt. "Es ist so, dass die Arbeitslosenquote in Mönchengladbach von Dezember 2012 bis Dezember 2014 um 0,1 Prozent abgenommen hat", sagt Ulla Brombeis, stellvertretende Fraktionsvorsitzende. "Herr Schückhaus sollte es angesichts dieser Zahlen unterlassen, die Öffentlichkeit für dumm zu verkaufen. Schönfärberei ist nicht seine Aufgabe."

Ähnliches warfen die Grünen EWMG und WFMG auch bei den Zahlen der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten vor. Zudem sei in der Außendarstellung die Zahl der Langzeitarbeitslosen unerwähnt geblieben, die in den vergangenen zwei Jahren angestiegen sei.

"Leider ist aber auch die GroKo - entgegen ihrer vollmundigen Ankündigungen - bisher jeden Beweis schuldig geblieben, dass sie auf diesem Handlungsfeld Anstöße und Lösungsvorschläge hat", ergänzt Brombeis. "Auf diesem Gebiet stattdessen nur mit rhetorischen Nebelkerzen zu operieren, das ist wirklich ein Armutszeugnis."

(RP)