Mönchengladbach: Gütesiegel für Darmkrebszentrum

Mönchengladbach : Gütesiegel für Darmkrebszentrum

Als Grundlage der Arbeit am "Eli" dienen Leitlinien auf Basis aktueller wissenschaftlicher Ergebnisse. In regelmäßig stattfindenden Tumorkonferenzen wird jeder Patient mit seiner Erkrankung ausführlich analysiert.

Mit 60.000 Neuerkrankungen im Jahr zählt Darmkrebs neben Brustdrüsen- und Prostatakrebs zu den drei häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Für Betroffene kann ein Qualitätssiegel verlässlicher Hinweis auf eine bestmögliche Behandlung sein. Das Darmkrebszentrum Eli an den Städtischen Kliniken Mönchengladbach trägt das Gütesiegel der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG). Damit wird dem zertifizierten Zentrum im Kampf gegen die Krankheit eine leitliniensichere Behandlung auf höchstem Niveau bescheinigt. Die Leitlinien gibt eine Expertenkommission auf Basis aktueller wissenschaftlicher Ergebnisse heraus. Fortbildungen sind für die Klinikärzte verpflichtend, um die Teilhabe an aktuellen Entwicklungen nachweisen zu können. Von etwa 2000 Kliniken in Deutschland können nur wenig mehr als 200 dieses jährlich überprüfte Qualitätssiegel aufweisen.

Rund fünf Jahre lang hat Prof. Dr. Olaf Horstmann an den Strukturen für ein Darmkrebszentrum am Eli gearbeitet. Zuvor hatte er ein solches Zentrum in Düsseldorf gegründet. "Das Herzstück des Zentrums ist die regelmäßig abgehaltene Tumorkonferenz. Dort wird jeder Patient mit einer Tumorerkrankung ausführlich besprochen. Anschließend werden dann gemeinsam entsprechende Maßnahmen entschieden", betont der Chefarzt für Allgemein-, Viszeral- und endokrine Chirurgie. "Eine große Säule der Arbeit hier ist, dass viele Fachdisziplinen zusammensitzen", unterstreicht Prof. Dr. Huan Nguyen, Internist und Gastroenterologe die Bedeutung des Austauschs von Spezialisten. So sollen zum Beispiel in begleitenden Therapien Neuerkrankungen oder Metastasen verhindert oder wenigstens vermindert werden.

Zur Struktur des Zentrums zählt die verbindliche Zusammenarbeit der beteiligten Disziplinen, wie zum Beispiel Endoskopie, Strahlen- und Chemotherapie sowie Röntgendiagnostik. "Wir weisen nach, wie ein Patient in diesem Konstrukt behandelt wird. Abweichungen müssen begründet werden", sagt Horstmann. Er betont, dass die Klinik nach einer in der Regel ambulant getroffenen Diagnose zeitnahe Termine ermöglicht. "Wenn der Patient es wünscht, kann er innerhalb von 24 Stunden kommen, um erst einmal zu reden. Das ist für ihn enorm wichtig, um einen Weg aufgezeigt zu bekommen", sagt Horstmann. Er gibt Krebspatienten wegen der psychischen Belastung den Vorzug.

"Darmkrebs ist in der Behandlung eine recht gut heilbare Erkrankung - natürlich abhängig vom Tumorzustand", so der Arzt. Um dem Gütesiegel gerecht zu werden, müssen Ergebnisse, Komplikationen und Todesraten dokumentiert werden. "Die Dokumentation ist mir immer sehr wichtig gewesen, um zu sehen, dass wir mit den Ergebnissen dahin kommen, wo wir sein möchten", betont Horstmann. Die Nachsorge ist Aufgabe der niedergelassenen Ärzte. Über eine Mitarbeiterin informiert sich das Zentrum über den Zustand der Patienten.

Erste Zahlen belegen, dass die Endoskopie hilft, Fälle von Darmkrebs zu reduzieren. Darmkrebs lässt sich niemals ganz ausschließen. Hier spielen auch genetische Veranlagung und Umfeld eine Rolle. Zur Risikominderung empfehlen die Spezialisten ballaststoffreiche Ernährung und die Darmspiegelung zur Früherkennung.

(anw)