Günter Wallraff - Burger King: Kontrolleure kommen nur alle 18 Monate

Mönchengladbach: Kontrolleure kommen nur alle 18 Monate zu Burger King

Die Stadt hat auf die Vorwürfe reagiert, auch in den Gladbacher Filialen von Burger King gebe es massive Verstöße gegen Hygienestandards. Das Zwischenfazit der Kontrolleure: Keine Beanstandungen bei einer Filiale. Allerdings stehen zwei Ergebnisse noch aus.

Insgesamt überprüfen die Verbraucherschützer in Gladbach regelmäßig mehr als 2000 Betriebe. Je nach Risikofaktor werden die Kontrollen maximal alle zwei Monate bis mindestens alle zwei Jahre durchgeführt. Da sich große Franchise-Unternehmen wie McDonald's, Burger King und KFC selber harte Hygienestandards auferlegen, besteht dort nach Angaben des Verbraucherschutzamtsleiters Karl Heinrich Becker ein eher geringeres Risiko von Verstößen gegen das Lebensmittelrecht.

Daher kommen die Lebensmittelkontrolleure in Gladbach turnusmäßig nur alle 18 Monate zu Burger King. Zuletzt war je eine Filiale im August und September 2013 und im Januar 2014 untersucht worden. Beanstandungen gab es keine. Gefahr bestehe eher bei kleineren Gastronomie-Betrieben wie Imbissbuden mit wenigen Angestellten. Dort kommt es immer wieder dazu, dass Lebensmittel falsch gelagert oder gekennzeichnet werden oder es bei der Sauberkeit hapert. Doch auch ausbleibende Einnahmen oder Sparmaßnahmen sind oft verantwortlich für Hygienemängel.

  • Nach RTL-Recherchen : Kontrollen bei Burger King in Gladbach

Auf diese Weise geriet auch Deutschlands größter Franchisenehmer von Burger King, Ergün Yildiz, dem auch die drei Restaurants in Gladbach gehören, in die Kritik. Im Mai 2013 übernahm seine Holding 91 Filialen von Burger King. Zum Vertragsabschluss gehörte auch, in den nächsten fünf Jahren neue Restaurants zu eröffnen sowie 57 Filialen innerhalb von 18 Monaten zu "remodeln", wie das Unternehmen die Modernisierungs- und Sparmaßnahmen nennt. Welche Auswüchse das haben kann, davon berichtet ein Gladbacher Gastronom. Kürzlich sei ihm bei Burger King an der Krefelder Straße ein Blatt Küchenrolle anstatt einer Serviette angeboten worden: "Auf Nachfrage hieß es, das sei billiger, man sei zum Sparen verdonnert worden."

In der Tat haben sich die Arbeitsbedingungen in den Franchise-Filialen laut der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) deutlich verschlechtert. Mehr als 300-mal habe Yildiz vor Gericht gestanden, um Kündigungen von Angestellten und Betriebsräten zu erwirken. "Offenbar geht maximaler Profit zulasten von Arbeitssicherheit und Hygiene", sagt Burkhard Siebert, stellvertretender NGG-Vorsitzender. Burger King teilte indes mit, mit Yildiz einen Plan auszuarbeiten, "um solche Handlungen zukünftig zu unterbinden".

(RP)
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