Mönchengladbach: Grüne wollen Einsatz von Glyphosat stadtweit verbieten

Mönchengladbach: Grüne wollen Einsatz von Glyphosat stadtweit verbieten

Die Grünen im Mönchengladbacher Stadtrat machen sich dafür stark, dass im gesamten Stadtgebiet für die Landwirtschaft und auf städtischen Grünflächen der Einsatz von Glyphosat verboten wird. In dem Antrag für den Rat fordern sie ein entsprechendes Verbot für Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat und weiterer Pestizide, außerdem für den Einsatz von Neonikoinotiden und genetisch veränderten Organismen. Auch im Finanzausschuss stand der Antrag auf der Tagesordnung, wurde aber in den Umweltausschuss verwiesen.

Die Grünen verweisen auf Studien der Krebsforschungsagentur IARC und der Weltgesundheitsorganisation WHO, die Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" einstuften. Laut der Albert-Schweitzer-Stiftung werden Embryonalzellen sowie die DNA bei Menschen und Tieren geschädigt. Die Zahl der Kritiker steige, so die Grünen. Allerdings gebe es auch viele Befürworter. Das Mittel sei für die konventionelle Landwirtschaft längst unverzichtbar geworden, weil es den Landwirten eine einfache, flexible und kosteneffektive Art der Unkrautbeseitigung ermögliche. Zudem schütze der pfluglose Anbau die Böden vor Erosion und Austrocknung.

Jedoch klagten auch hierzulande immer mehr Landwirte über Störungen wie Atemwegsbeschwerden und Hauterkrankungen nach dem Einsatz von Glyphosat. "In der Abwägung überwiegen die Nachteile überwiegen", sagt Grünen-Fraktionschef Karl Sasserath. "Wir müssen den ökologischen Landbau weiter fördern." Dazu gehörten vielgliedrige Fruchtfolgen, regelmäßig Bodendecker wie Klee und Gras zur Unterdrückung der Unkräuter, bei Mais und Getreide auch als Untersaat. Nach dem Beispiel der Hansestadt Rostock solle auch Mönchengladbach den Einsatz von Glyphosat untersagen.

(dr)