1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Grüne befürchten Abriss des Rheydter Bahnhofs

Mönchengladbach : Grüne befürchten Abriss des Rheydter Bahnhofs

Seit September bietet die Deutsche Bahn das Rheydter Bahnhofsgebäude zum Kauf an. Auf ihrer Internetseite fordert sie für die Immobilie mindestens 750 000 Euro. Das Mönchengladbacher Wohnungsbauunternehmen, die Kreisbau AG, hat starkes Interesse signalisiert. Bistros, Büros und Geschäfte sollen entstehen. Aber auch andere Investoren sollen im Rennen um das 4000 Quadratmeter große Haus sein. In Viersen hatte ein privater Investor 2006 das dortige Bahnhofsgebäude erfolgreich saniert.

Städtebaulich wichtiger Bereich

Ähnliches können sich die Grünen auch in Rheydt vorstellen. "Der Masterplan für Mönchengladbach identifiziert den Rheydter Bahnhof mit dem gesamten umliegenden Areal als städtebaulich wichtigen Bereich", sagt Bezirksvorsteher Karl Sasserath von den Grünen. Seine Fraktion befürworte deshalb ausdrücklich das Engagement der Kreisbau. "Das Risiko besteht, dass Investoren an dieser Stelle letztlich machen können, was sie wollen", sagt Sasserath. Auch ein Abriss des Gebäudes sei denkbar. "Das wird durch Besonderheiten des Baurechts für Bahnimmobilien möglich." Den Abriss wollen die Grünen verhindern.

An der Stelle des Bahnhofs könnte ein ungewollter Einzelhandelsstandort entstehen, ohne dass die Stadt auf die Entwicklung Einfluss nehmen könnte, so Sasserath. Ein weiterer Einzelhandel an dieser Stelle wäre unverträglich für die Entwicklung des Stadtzentrums. "Bei einem Erwerb durch einen privaten Investor wäre zudem die Zukunft der sehr erfolgreich etablierten Radstation im Rheydter Hauptbahnhof gefährdet." Und: Ohne Mitspracherecht der Stadt wäre die stadtplanerisch notwendige Neugliederung des Bahnhofsvorplatzes sehr schwierig.

Die Haltung der Deutschen Bahn zum Hauptbahnhof Rheydt hat sich innerhalb kürzester Zeit grundlegend geändert. Noch vor etwa zwei Jahren wollte die Deutsche Bahn den Rheydter Hauptbahnhof selbst kräftig aufwerten. Eine Fast-Food-Kette sollte hier ein Lokal eröffnen und die Menschen in Scharen in den Bahnhof locken, der dann saniert worden wäre. Allerdings: Das Schnellrestaurant sprang ab und damit andere Interessenten auch – und seitdem dümpelt der Hauptbahnhof vor sich hin. Dass die Bahn ankündigte, ihn mit rund zwei Millionen Euro unter anderem mit Aufzügen zu den Bahnsteigen zu modernisieren, ändert am Problem nichts. Das Bahnhofsgebäude entwickelt sich zu einem Schandfleck.

(RP)