Mönchengladbach: Große Fußball-Kunst auf kleinem Spielfeld

Mönchengladbach: Große Fußball-Kunst auf kleinem Spielfeld

Der Vituscup für Grundschulen bot ein packendes Finale. Die Kinder der Schule Zeppelinstraße dürfen jetzt bei Borussia trainieren.

Ein Steilpass vom hochgewachsenen Zehner Nedzhad Ahmedov, die Direkt-Annahme durch seinen Stürmerkollegen Ismael Sari Alonso und der Schuss vorbei am gegnerischen Torhüter krönen bereits in der ersten Halbzeit des Halbfinal-Spiels die gute Anfangsphase der jungen Kicker von der Gemeinschafts-Grundschule Steinsstraße gegen die Gegner von der KGS Nordstraße. Der Trainerstab jubelt. "Sehr schön herausgespielt", lobt Hermann-Josef Theunissen lautstark seine Jungs auf dem Platz. Im weiteren Spielverlauf behalten die Geistenbecker die Spielkontrolle bei, ihre Kontrahenten kommen gelegentlich nur durch lange Bälle in die Nähe des Tores von Keeper Eric Dues. In der zweiten Hälfte finden die Spieler der Nordstraße immer besser ins Spiel, eine Ecke und ein anschließender Volleyschuss durch den quirligen Nick Kämmerling sorgt dann aber schnell für klare Verhältnisse und den Endstand von zwei zu null. Die Freude ist riesig, die Finale-Gesänge laut und ausgelassen. Der Sparkassen-Vituscup sorgt bereits zum elften Mal für Fußball-Euphorie unter den Gladbacher Grundschülern.

Die jungen Spieler von der Katholischen Grundschule Zeppelinstraße durften am Ende jubeln. Sie erhielten als Sieger den Pokal. Foto: Fabian Jansen

"Wir spielen mit zwei Verteidigern und zwei Flügel-Stürmern, in der Mitte kümmert sich Nedzhad um die Spieleröffnung", weist "Jupp" Theunissen seine Jungs vor dem Finale gegen die ebenbürtigen Spieler der KGS Zeppelinstraße noch einmal mit Nachdruck ein. Aktiv ist er normalerweise beim Verein Germania Geistenbeck. Wenn es aber alljährlich heißt, mit der Schulmannschaft mitmachen, ist er jedes Mal zur Stelle - und das seit über zwei Jahrzehnten. Die Jungs sind spürbar aufgeregt, aber dennoch "heiß" auf das Endspiel vor großem Publikum.

  • Kunst auch auf den Straßen

Eingelaufen wird wie bei den großen Vorbildern: Mit Schiedsrichter und Maskottchen vorne weg und musikalisch untermalt geht es aus dem Tunnel auf das Feld. Gespielt wird in Sechser-Teams zwei Mal zehn Minuten, wie Marcel Thomas vom Fachbereich Schule und Sport erklärt. Diese gestalten sich zäh, mit vielen harten Zweikämpfen, in denen keiner dem anderen weichen will. "Alle mit zurücklaufen", ruft Sportlehrerin und Co-Trainerin Birgit Spicker von der Seite aus, als die Mannschaft von der Zeppelinstraße zum Konter ansetzt, der Schuss dann aber im Tor-Aus landet. Die Steinsstraße kombiniert, versucht eine Lücke aufzureißen und mit hohem Ballbesitz den Gegner zu bearbeiten - ohne Erfolg in der regulären Spielzeit. Ein Distanzschuss von der "Schaltzentrale" Nedzhad streift gegen Ende das gegnerische Tor hauchdünn. Die Schlussminuten sind turbulent, aber es bleibt beim torlosen Remis.

Die Verlängerung führt dieses Bild fort. Der Wille wird auf beiden Seiten immer größer - ebenso die Gefahr in einen Konter zu laufen. Die Zeppelinstraße kommt merklich in Fahrt, scheitert aber gleich zweimal hintereinander an Eric, der seiner Mannschaft einen großen Dienst erweist. Das Sieben-Meter-Schießen muss es am Ende richten. Während die Kicker der Zeppelinstraße souverän die ersten beiden Schüsse versenken, hält ihr Torhüter mit beiden Beinen den zweiten Versuch der Geistenbecker. Bei dem folgenden Schuss platziert in die obere linke Ecke kann Schlussmann Eric nichts mehr machen: Die Zeppelinstraße ist Sparkassen-Vituscup-Sieger 2018. Sie erhalten den Pokal und dürfen beim Trainingslager der Borussia mitmachen.

(dola)
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