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Großbrand in Mönchengladbach: Riesiger See an Löschwasser muss abgepumpt werden

Nach Großbrand in Mönchengladbach : Riesiger See an Löschwasser muss abgepumpt werden

Riesiger Löschwasser-See nach Brand bei Drekopf in Mönchengladbach

Nach dem Großbrand auf dem Gelände der Entsorgungsfirma Drekopf in Mönchengladbach dauern die Löscharbeiten immer noch an. Durch das viele Wasser musste auch ein See abgepumpt werden. Die Arbeiten werden noch bis zum Abend dauern.

Die Löscharbeiten dauerten fast die ganze Nacht. Auch am Morgen war die Feuerwehr noch damit beschäftigt, letzte Brandnester zu löschen. Unzählige Mengen an Löschwasser waren nötig, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Dieses Wasser hat sich nun in einem regelrechten See gesammelt.

Das Löschwasser wurde vom Brandherd kontrolliert über eine Fläche auf dem Gelände des Entsorgungsunternehmens geführt und soll dort in einen unterirdischen Behälter laufen. Das Becken ist jedoch so voll, dass das Wasser sich auf dem Gelände sammelt und dort abgesaugt werden muss.

„Das Wasser wird nun in entsprechende Zwischenpuffer gelagert, analysiert und anschließend ordnungsgemäß entsorgt“, erklärt Jörn Taraba, Geschäftsführer von Drekopf Krefeld, das Prozedere. Mehrere Pumpen sind den ganzen Tag damit beschäftigt, das Wasser zu sammeln. Wann die Lösch- und Pumparbeiten beendet sind, ist noch unklar.

Die Feuerwehr hatte am Dienstagmorgen erneut eine Warnmeldung herausgegeben. Anwohner sollten weiterhin Fenster und Türen geschlossen halten, denn immer noch steigt Rauch auf, wenn auch nicht mehr so viel. Gegen 17 Uhr wurde die Warnmeldung wieder zurückgenommen. Feuerwehrleute sind aber immer noch auf dem Drekopf-Gelände im Einsatz. „Die Arbeiten werden sich wohl auch noch bis zum Abend andauern“, sagte eine Feuerwehr-Sprecher.

Am Montag war gegen 13 Uhr das Feuer auf dem Firmengelände der Entsorgungs- und Recyclingfirma ausgebrochen. Ein etwa 30 mal 30 Meter großer Müllberg war aus noch ungeklärter Ursache in Brand geraten. Bei dem Unrat handelt es sich um Gewerbeabfälle, unter anderem Plastikreste, Kartons und Papier – Materialien, die vor der Entsorgung eigentlich noch sortiert werden sollten.

Die Rauchwolken vom brennenden Müllberg waren am Montag in der ganzen Stadt zu sehen. Das Dach einer offenen Produktionshalle wurde durch die Hitze verzogen, und ein Radlager ist den Flammen komplett zum Opfer gefallen. Verletzt wurde niemand.

Bei dem Brand sorgte Drekopf auch für ein Recycling des Löschwassers, es wurde zwischengelagert und erneut genutzt. Die Feuerwehr brauchte aber auch Frischwasser, weil einige Pumpen nur damit betrieben werden können. Um das gesamte Löschwasser aufzufangen – Jörn Taraba schätzt, dass es bis zwischen 600 und 800 Kubikmeter sein könnten – reichen die Becken und Tanks von Drekopf nicht aus. Der Niersverband stellte nach Absprache mit der Bezirksregierung ein 1000 Kubikmeter fassendes Becken, das ab Dienstag, 1 Uhr, mit Löschwasser befüllt wurde. Jetzt wird das Wasser nach eventuellen Schadstoffen untersucht. „Die Chemikalie PFT ist nicht darin. Das wissen wir schon“, sagt Taraba. Die Spurenanalyse sei aufwendig, und werde wohl eine Woche dauern, erklärt Volker Wollgarten, Leiter der Abteilung Sonderabfall bei Drekopf. Auf keinen Fall werde das Löschwasser einfach in den Kanal fließen. Drekopf will es fachgerecht entsorgen.

Um 17 Uhr meldete die Entsorgungsfirma, dass das gesamte Löschwasser abgepumpt ist. Drekopf-Geschäftsführerin Nicole Finger: „Die GEM hilft uns gerade mit ihren Kehrmaschinen, klar Schiff zu machen. Die Feuerwehr und einer unserer Baggerfahrer werden die Nacht über noch bleiben und Wache halten. Wir sind überwältigt von der Loyalität und unermüdlichen Hilfsbereitschaft unserer gesamten Belegschaft.“ Der Betriebsleiter Hans Rahmen habe mit zwei weiteren Kollegen die ganze Nacht durchgearbeitet.