Mönchengladbach: Graue Wölfe: Stadt sagt Veranstaltung in Schule ab

Mönchengladbach: Graue Wölfe: Stadt sagt Veranstaltung in Schule ab

Gemeinnütziger Türkischer Kulturverein schloss Mietvertrag für "Frühlingsfest": Verwaltung fühlt sich getäuscht.

Die rechte Organisation "Graue Wölfe", die schon lange im Visier der Verfassungsschützer steht, darf nicht in einer Mönchengladbacher Schule feiern. Die Stadt löste gestern den bereits geschlossenen Mietvertrag für die Gesamtschule Volksgarten. Die Begründung: "Die im Vorfeld gemachten Angaben vom Antragsteller stimmen nicht mit den Werbemaßnahmen für die Veranstaltung überein. Die Stadt Mönchengladbach sieht sich dadurch getäuscht."

Bei der Verwaltung war man davon ausgegangnen, dass der Gemeinnützige Türkische Kulturverein das geplante Frühlingsfest veranstalte. Denn der hatte die Aktion angekündigt. Und mit diesem Verein hatte es bisher nie Probleme gegeben. Deshalb sei der Mietvertrag auch geschlossen worden. Doch dann stellte sich heraus: Bei der Werbung für das "Frühlingsfest" trat nicht der Kulturverein als Veranstalter auf, sondern die als menschenrechtsverachtend, faschistisch, radikal und fundamentalistisch geltende ADÜTDF, in der ein Großteil der Grauen Wölfe organisiert sind. Der ADÜTDF hatte auf seiner Internetseite den Termin für das Frühlings- und Kulturfest angekündigt, ebenso die Künstler, die dort auftreten sollten. Darunter ist der Sänger Ali Kinik, der die genaue Adresse seines Auftritts in Mönchengladbach twitterte. Auch der ADÜTDF steht im Visier der Verfassungsschützer. Die Bewegung weist allerdings alle Vorwürfe, menschenverachtend und faschistisch, zu sein zurück.

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Erst durch einen offenen Brief an den Oberbürgermeister war herausgekommen, dass die Stadt die Schul-Aula an eine Bewegung mit türkisch-rechtem Hintergrund vermietet hatte. Das sorgte auch für einen Schock in der Gesamtschule Volksgarten, die mit der Vermietung nichts zu tun hat, plötzlich aber in Zusammenhang mit einer fragwürdigen Veranstaltung gebracht wurde. Das ist nun abgewendet. Der Anfang April geschlossene Vertrag ist nicht mehr gültig.

(OTS)
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