Grabsteine in Mönchengladbach Was die Aufkleber auf Gräbern im Bunten Garten bedeuten

Mönchengladbach · Auf uralten Gräbern im Bunten Garten tauchen Aufkleber auf. Was es damit auf sich hat und warum gerade jetzt auch Mönchengladbacher, deren Angehörige auf aktuellen Friedhöfen bestatteten wurden, wichtige Post bekommen könnten.

 Aufkleber sind an Gräbern im Bunten Garten aufgetaucht.

Aufkleber sind an Gräbern im Bunten Garten aufgetaucht.

Foto: bauch, jana (jaba)

So mancher Spaziergänger dürfte sich im Bunten Garten über Aufkleber an alten Grabsteinen gewundert haben, die dort mehrere Tage lang zu sehen waren. Ein genauerer Blick offenbarte: Das war keine Form von Vandalismus. Es handelte sich dabei vielmehr um offizielle Mitteilungen darüber, dass die betroffenen Grabmäler nicht mehr sicher stehen und daher die Angehörigen aufgefordert würden, sich um das Grab zu kümmern.

Selbst Großeltern, die mit ihren Enkeln den Bunten Garten besuchen, kennen diesen bekanntlich nur als Park, aber nicht mehr als Friedhof. Könnten Mönchengladbacher jetzt also einen Brief bekommen, in dem sie aufgefordert werden, sich um das Grab eines längst vergessenen Verwandten zu kümmern? Oder schrieb sich die Stadt als Verantwortliche für den Park nun intern mahnende Briefe?

Die Antwort: Weder noch, wie Yvonne Tillmanns, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der „Mags“ erklärt. „Ab dem 25. April 2022 findet die jährliche Prüfung der Grabmale auf den städtischen Friedhöfen statt. Die Prüfungen werden etwa drei Wochen andauern“, so die Sprecherin. „Es werden alle stehenden Grabmale und sonstigen baulichen Anlagen auf ihre Standsicherheit geprüft.“ Diese Aufgabe werde von einer externen Firma erledigt, die Aufkleber mit dem immer gleichen Aufdruck verwendet – egal ob der auf einem privaten Grabmal landet oder auf einem, für das die Stadt verantwortlich ist.

Im Bunten Garten, aber auch beispielsweise auf Ehrenfriedhöfen, kümmern sich also Mags-Mitarbeiter um die Gräber, sofern Mängel auftreten.

Bei üblichen Gräbern sind die Angehörigen gefragt, die eine entsprechende Mitteilung besser nicht zu lange liegen lassen sollten. Denn das könnte Folgen haben: „Die Nutzungsberechtigten der Grabstätten sind für die Standsicherheit der Grabmale verantwortlich. Sie sind somit auch haftbar für Schäden, die durch unsichere Grabmale entstehen“, erläutert die Mags in einer Mitteilung.