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Mönchengladbach: Gladbachs älteste Bürgerin

Mönchengladbach : Gladbachs älteste Bürgerin

108 Jahre wird Elisabeth Franke heute alt. Seit 1979 wohnt sie im Altenheim in Windberg. Regelmäßig nimmt sie an Veranstaltungen des Hauses teil. Ihren Frohsinn hat sie nie verloren.

Nicht viele Menschen können behaupten, älter zu sein als Jopi Heesters. Eine Mönchengladbacherin kann es. Heute wird Elisabeth Franke 108 Jahre alt. Geboren ist sie in Schlesien am 10.11.1903 - und damit knapp einen Monat vor Heesters. Seit Oktober 1979 lebt Franke schon im Altenheim in Windberg. Einen Tag vor ihrem Geburtstag empfängt den Besucher eine freundliche, resolute Dame, die zwar im Rollstuhl sitzt, jedoch ganz genau weiß, was sie will. Jedenfalls nicht über ihren Geburtstag sprechen. "Hören se doch mal op", sagt Franke im Dialekt und winkt bescheiden mit den Händen ab, als wäre das hohe Alter eine Banalität. "Da krieg ich noch Kopfschmerzen. Meine Mutter hat immer gesagt, für Geburtstagsfeiern haben wir kein Geld."

Nie ist Elisabeth Franke verheiratet gewesen, nur mit einem Bruder hielt sie über lange Zeit telefonischen Kontakt. Zwei Weltkriege hat sie erlebt. Die alten Gefühle und Ängste sind ihr auch heute noch ganz nah. Immer wieder mischen sich in das Gespräch Kriegserinnerungen und die Warnungen davor, vorsichtig zu sein und aufzupassen. "Wenn ich was sage, sage ich die Wahrheit", betont Franke und hebt mahnend ihren Zeigefinger. Keiner im Altenheim kennt ihre ganze Geschichte. Nur ungern sprach und spricht die alte Dame über sich und ihre Vergangenheit. Den Frohsinn allerdings hat sie auf ihrem Lebensweg nicht verloren. Wie ein Himmel, der plötzlich aufreißt, so ergreift oft im Gespräch die Freude das Gesicht von Elisabeth Franke. Ihre Augen werden in solchen Moment klar. Und für einen Augenblick meint man, in das Gesicht einer jungen Frau zu blicken. Der Schalk, die Neugierde, das Neckische - alle Attribute der Jugend spiegeln sich dann in ihrem Blick.

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"Die Zeiten, wie schnell sie sich doch verändern", sagt sie nur Sekunden später und Falten treten wieder auf ihre Stirn. Doch man glaubt Heike Buntin, der Teamleiterin, wenn sie erzählt: "Else singt sehr gerne. Insbesondere Volkslieder. Und auch Gedichte rezitiert sie sehr gerne".

Elisabeth Franke ist, wie es im Fachjargon heißt, orientiert. "Sie kann Personen zuordnen, weiß, wo sie sich befindet, und oft auch, welcher Tag es ist", erzählt die Leiterin des Altenheims, Maja Derks-Godenau. Regelmäßig nimmt Franke am Gottesdienst und an Veranstaltungen des Hauses teil. "Schon seit jeher legt sie sich am späten Nachmittag ins Bett, um ein Nickerchen zu machen", sagt Derks-Godenau und fügt mit einem Lächeln an: "Wir werden sie pflegen und hegen, so dass sie auch ihren 110. Geburtstag noch erlebt." Zum Abschied ergreift Elisabeth Franke die Hand des Besuchers. Sie neigt ihren Kopf und küsst sie. Dann streicht sie sanft über den Handrücken, bis sie wieder aufblickt. "Jetzt habe ich aber Durst", verabschiedet sie sich und lächelt abermals das Lächeln einer 20-Jährigen.

(fae)