Mönchengladbach: Gladbacher Salon: Vom Waschen einst und heute

Mönchengladbach: Gladbacher Salon: Vom Waschen einst und heute

Es gibt Studien, die besagen, die Waschmaschine habe mehr zur Befreiung der Frau beigetragen als Verhütungsmittel. Die Tragfähigkeit dieser Feststellung wurde nicht vertieft. Doch die Anwesenden waren sich einig: Waschmaschinen sind eine wunderbare Erfindung. Mit dem Thema Waschen einst und jetzt eröffneten die Salonièren Beate Brungs, Christine Wilms und Helga M. Houben die diesjährige Reihe "Gladbacher Salon" im Wasch-Salon. Dazu gewährte die Firma Holzleitner ihnen Gastrecht in Wickrath.

Umgeben von elektronischen Helfern und verwöhnt von Köstlichkeiten durch Show-Koch Axel Giesemann, lernten die Besucherinnen (und einige Herren) scheinbar Vertrautes in einem lokalen Unternehmen neu zu entdecken. Geschäftsführer Dirk Bönnen erinnerte an den Firmengründer Josef Holzleitner, der 1957 mangels Fachgeschäfte für Haushaltselektrogeräte "von Haustür zu Haustür" verkaufte. Heute zählt das Unternehmen mit über 35 Filialen in NRW zu den größten Partnern vieler Lieferanten.

Beate Brungs referierte zur Historie und betonte: "Die Geschichte des Waschens ist weiblich und war einst echte Knochenarbeit". Als erste Quelle nannte sie ein Seifenrezept aus Mazedonien von 2500 vor Christus. Im Alten Ägypten symbolisierte eine Hieroglyphe bestehend aus zwei Füßen die Wascharbeit. Brungs wertete dies als Zeichen für ein Reinigen der Kleidung durch Treten im Wasser. Sie berichtete von den Römern, die Steuern auf Urin als Grundstoff zur Herstellung von Alkali erhoben und Kaiser Vespasians Bonmot "Geld stinkt nicht". Die erste vollautomatische Waschmaschine von 1951, eine Constructa, bezeichnete sie als Revolution.

Buchhändlerin Iris Degenhardt und Petra Gippert stellten eine Auswahl an Sachbüchern, Krimis und Romanen vor, die das Waschen und Reinigen pfiffig, schräg oder spannend thematisieren. Manfred Schäfers führte durch die Räume der Firma, die im hauseigenen Museum dokumentiert, wie noch zu Großmutters Zeiten gewaschen wurde. Stephanie Bemb von der Firma Miele widmete sich der Frage "Richtig waschen, aber wie?". Helga Houben schließlich testete im Quiz das Wissen. So erfuhren die Besucher, dass sich Fusseln auf Woll- und Flies-Kleidung vermeiden lassen, wenn die Wäsche zuvor mit einer Fusselrolle bearbeitet wird.

(anw)