Gladbacher Salafistenprediger: Urteil gegen Sven Lau ist rechtskräftig

Urteil gegen Salafistenprediger rechtskräftig: Sven Lau könnte nächstes Jahr aus dem Gefängnis kommen

Das Urteil gegen den Mönchengladbacher Salafistenprediger Sven Lau ist rechtskräftig. Lau war im Juli 2017 zu einer Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hat das Urteil bestätigt, trotzdem könnte Lau im kommenden Jahr schon wieder auf freien Fuß kommen.

Das Urteil gegen den Mönchengladbacher Salafistenprediger Sven Lau ist rechtskräftig. Lau war im Juli 2017 zu einer Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt worden. Trotzdem könnte Lau im kommenden Jahr schon wieder auf freien Fuß kommen.

Urteil: Sven Lau muss für fünfeinhalb Jahre in Haft

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das Urteil des Düsseldorfer Oberlandesgerichts (OLG) überprüft und war zu dem Schluss gekommen, dass es keine Rechtsfehler enthält. Damit ist das Urteil nun gültig. Der Beschluss datiert bereits auf den 4. April 2018. Lau habe die Entscheidung des Bundesgerichtshof sehr gefasst zur Kenntnis genommen, teilte sein Anwalt Mutlu Günal auf Anfrage der Redaktion mit.

Der Verteidiger fand für die Entscheidung des BGH harsche Worte: "Der Staat wollte sich damit für die Scharia-Polizei rächen." Lau hatte mit der Scharia-Polizei deutschlandweit für Aufsehen gesorgt, als er 2014 mit einer Gruppe Salafisten in "Uniform" durch Wuppertal patrouilliert war.

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Der Salafistenprediger war am 26. Juli 2017 zu einer Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Lau zwei junge Männer in eine islamistische Kampfgruppe nach Syrien vermittelt hatte. Außerdem soll er die Kampfgruppe mit Nachtsichtgeräten und Geld unterstützt haben.

Der Prozess vor dem OLG Düsseldorf hatte zehn Monate gedauert und war bisweilen zäh, weil viele Zeugen sich auf ihr Auskunftsverweigerungsrecht beriefen. Ein Kronzeuge Ismail I. hatte Lau schwer belastet. Lau sitzt seit 2015 in Haft. Unter Umständen könnte er im kommenden Jahr nach zwei Dritteln der Haftstrafe wieder auf freien Fuß kommen.

(heif)
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