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Mönchengladbach: Gladbacher in Sorge wegen des geplanten Mega-Möbelhauses

Mönchengladbach : Gladbacher in Sorge wegen des geplanten Mega-Möbelhauses

Gegenüber vom Neusser Rheinpark-Center soll ein 45 000 Quadratmeter großes Möbelhaus entstehen. Händler, IHK und Politiker haben Bedenken.

Die Stadt Neuss will auf der grünen Wiese ein Möbelhaus zulassen, das alleine fast doppelt so groß ist wie die gesamten Arcaden in der Mönchengladbacher Innenstadt. Nach Meinung von Einzelhandelsexperten würde nicht nur die Neusser Innenstadt die Auswirkungen zu spüren bekommen, sondern die gesamte Region. Damit ist Gladbach von dem Vorhaben, über das der Rat der Stadt Neuss am 16. Mai entscheiden soll, gleich doppelt betroffen. Denn auch die Mönchengladbacher Schaffrath-Gruppe würde gerne in Neuss bauen — allerdings wesentlich kleiner. Offenbar favorisieren die Neusser für das Gelände in Neuss-Hammfeld jedoch Deutschlands umsatzstärkste Möbelhaus-Kette Segmüller, die ähnlich große Häuser vor allem in Süddeutschland betreibt. Auch die Berliner Möbelkette Höffner bewirbt sich um das Grundstück. Auch sie plant ein Mega-Möbelkaufhaus.

Der Einzelhandelsverband sorgt sich um die Auswirkungen eines Möbelkaufhauses dieser Größe: "Es hat gute Gründe, dass Städte Einzelhandelskonzepte aufstellen. Das bringt allerdings nur etwas, wenn sich die Städte selbst auch daran halten", sagt Geschäftsführerin Nora Timmerbeil. Zwar verträgt die Stadt laut Einzelhandelsgutachten durchaus noch ein Möbelgeschäft. Bloß verkaufen Häuser dieser Größe zu einem wesentlichen Anteil auch Porzellan, Lampen, Handtücher und Bettwäsche. Darum sind die Händler aus der Neusser Innenstadt in großer Sorge. Und mit ihnen der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, Dieter Porschen: "Das Maximum an Quadratmetern hätte erhebliche Folgen für die Stadt Neuss und die Region", sagt Porschen.

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Darum ist inzwischen auch die Mönchengladbacher Politik alarmiert. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Hans Peter Schlegelmilch will den Kontakt zu seiner Neusser Kollegin Helga Koenemann suchen. "Die Region kommt dauerhaft nur voran, wenn sie gemeinsam agiert. Hier zeichnet sich ein Verdrängungswettbewerb ab, der eine ganze Region trifft", fürchtet Schlegelmilch.

Tatsächlich sprechen Branchenkenner seit längerem von einem Verdrängungskrieg in der Möbelbranche. In anderen Regionen sind als Folge der XXL-Möbelhäuser Hunderte von kleinen Studios und kleineren Möbelhäusern auf der Strecke geblieben.

(RP/anch)