Gladbacher Firma stellt Equipment für Höhlen-Rettung

Rettung in Thailand: Gladbacher helfen bei Höhlen-Drama

Die Firma „dive2gether“ stellte für die Rettung der Jungen in Thailand Spezial-Equipment für die Tauchgänge bereit. Auch sie feiert das Happy End.

Seit 15 Jahren stellt die Firma „dive2gether“ Tauchzubehör her. Zuerst in Jüchen, seit August in Mönchengladbach. Das Kleinunternehmen hat sich auf technisches Tauchen spezialisiert. Dazu gehören Wracktauchen und Höhlentauchen. Das Gerät, das man dafür braucht, benötigten auch die Retter in Thailand für ihre schwierige Mission. Und so zögerte Geschäftsführer Horst Dederichs keine Sekunde, als er von einem Freund und Kunden gefragt wurde: „Könnt ihr helfen?“ Die Mönchengladbacher Firma schickte zwei Taucher mit 200 Kilogramm Spezialausrüstung nach Thailand.

Equipment wie Kreislaufgeräte, die Taucher seitlich tragen können, um damit in enge Höhlenschächte zu kommen, gebe es nicht viel, sagt Dederichs. Denn nicht viele trauten sich an solche komplizierten Tauchgänge heran. Diese Geräte, die in Mönchengladbach hergestellt werden, gingen mit auf die Reise nach Thailand, aber noch viel mehr. „Wir dachten es wäre besser, wenn wir das Equipment selbst herunterbringen“, sagt der Geschäftsführer. Und: „Die Flüge haben wir bezahlt.“

Geschäftsführer Horst Dederichs mit Tauchequipment für
Geschäftsführer Horst Dederichs mit Tauchequipment für Höhlentaucher. Foto: Reichartz,Hans-Peter (hpr)

Abflug war bereits am 2. Juli. Zu dem Zeitpunkt wusste noch niemand, ob die vermissten zwölf Jungen einer Fußballmannschaft und ihr Trainer jemals gefunden werden. „Da war unsere Befürchtung noch groß, dass die Kinder tot sein könnten“, sagt Dederichs. Just, als die geschickten Taucher Nick Vollmar aus Süddeutschland und Mikko Paasi aus Finnland aus dem Flieger stiegen, kam die Meldung: „Die Jugendmannschaft ist gefunden.“

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Seitdem verfolgten Horst Dederichs und seine acht Mitarbeiter die Rettungsaktion mit Spannung: „Das war schon nervenaufreibend.“ Dederichs weiß als Extremtaucher, wie schwierig und kritisch die Rettungsaktion war. „Man muss dafür intensiv trainiert sein.“ Mikko Paasi ist das. Er wurde schnell ins internationale Tauchteam aufgenommen. Am Anfang schickte er noch regelmäßig Nachrichten aus Thailand nach Mönchengladbach. Doch als es ernst wurde, stand die Rettung im Vordergrund. Am Montag bekam Horst Dederichs immerhin die kurze Mitteilung von Paasi: „Acht Jungen in Sicherheit, morgen geht es weiter.“

Nick Vollmar (l.) und Mikko Paasi
Nick Vollmar (l.) und Mikko Paasi brachten das Equipment zum Einsatzort. Foto: dive2gether.net

Horst Dederichs fing schon früh mit dem Tauchen an. Damals noch ganz normal, „um bunte Fische zu gucken“. Doch irgendwann reichte ihm das nicht mehr. Er verlagerte sich auf den Extrembereich, und daraus entwickelte sich auch die Geschäftsidee. „Vor vielen Jahren gab es für diesen Sektor noch nicht viel Equipment“, sagt der „dive2gether“-Geschäftsführer. Er merkte, dass „da etwas fehlte und man da etwas besser machen könnte“. So entstand die Marke „Scubaforce“, die mittlerweile über Fachhändler in der ganzen Welt vertrieben wird. Über Internet wird nur wenig Zubehör verkauft. Dederichs: „Wir haben spezielle Sachen, die einen hohen Beratungsbedarf erfordern.“ Nicht alles ist „made in MG“. Einiges lässt die Firma auch in Polen, Ungarn und Asien produzieren.

Als am Mittwoch die Nachricht von der Rettung aller Kinder und des Trainers kam, wurde das „Happy End“ auch bei „dive2gether“ in Mönchengladbach gefeiert. Eine Wiederholung soll es geben, wenn Mikko Paasi nach Deutschland kommt und seinen Freunden in Mönchengladbach ausführlich berichtet.