Mönchengladbach: Gladbacher Bundespolizist von Salafisten bedroht

Mönchengladbach : Gladbacher Bundespolizist von Salafisten bedroht

Es geschah vor seiner Haustür im Süden der Stadt.

Der Staatsschutz ermittelt, weil am vergangenen Freitag ein Bundespolizist (48) vor seiner Wohnung in Mönchengladbach von zwei mutmaßlichen Islamisten abgepasst und bedroht worden sein soll. Wie Polizeisprecherin Isabella Hannen gestern bestätigte, seien bereits Maßnahmen zum Schutz des betroffenen Beamten eingeleitet worden. Der Bundespolizist begleitet regelmäßig Abschiebeflüge. Er soll auch am 24. Januar - also nur zwei Tage vor dem Vorfall in Mönchengladbach - 19 ausreisepflichtige Afghanen von Düsseldorf aus nach Kabul begleitet haben, darunter waren Straftäter und Gefährder.

Aus einem vertraulichen Dokument des Bundespolizeipräsidiums an alle Direktionen und die Bundespolizeiakademie, das der Bild-Zeitung vorliegt, geht hervor, dass sich nun der unter Schutz stehende Beamte am vergangenen Freitag um 17.25 Uhr in ziviler Kleidung vor seiner Wohnung aufhielt, als ein schwarzer Mercedes Benz der S-Klasse vor dem Haus hielt, zwei Männer ausstiegen und auf ihn zukamen. "Die Personen waren ihrem äußeren Erscheinungsbild dem islamistischen Spektrum zuzuordnen und bedrohten den Bundespolizisten sinngemäß mit den Worten: ,Lass es sein, unsere Brüder nach Hause zu fliegen.'", heißt es in dem Schreiben. Der Bundespolizist habe sich daraufhin zu seiner Wohnung begeben. Die Männer seien ihm gefolgt, als dann jedoch der Hund des 48-Jährigen hinter der Haustür anschlug, hätten sich die Salafisten wieder zurückgezogen.

Aus dem vertraulichen Dokument geht weiter hervor, dass die beiden Männer 1,75 bis 1,85 Meter groß sind. Sie hätten "Vollbärte bis zum Brustbein" getragen und seien mit knöchelfreien Pluderhosen und langen Hemden bekleidet gewesen. Wie die Mönchengladbacher Polizeisprecherin gestern sagte, habe der Bundespolizist sich noch am Abend über Notruf bei der Polizei gemeldet und den Vorfall geschildert.

Aus ermittlungstaktischen Gründen wolle man zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr zu dem Vorfall sagen, sagt Isabella Hannen.

Auch in Mönchengladbach gibt es sogenannte islamistische Gefährder. Einige sitzen in Haft, andere kämpfen in IS-Gebieten und wieder andere hat die Polizei im Visier. Ein Gefährder war während der Tour de France aus Sicherheitsgründen in Gewahrsam genommen worden.

(gap)
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