Mönchengladbach: Gladbacher Bank: Wir vergeben Kredite

Mönchengladbach: Gladbacher Bank: Wir vergeben Kredite

Mehr Baukredite, mehr Gewinn, mehr Mitarbeiter ­ für die Gladbacher Bank war 2009 ein hervorragendes Geschäftsjahr. Sogar ein unerwartet gutes, weil sich der Mittelstand besser hielt als erwartet. Das ist immer noch so. Der Vorstand spricht jedoch von einem "Jahr der Wahrheit”.

Satte 168 Prozent mehr Gewerbesteuer bekommt Kämmerer Bernd Kuckels in diesem Jahr von der Gladbacher Bank überwiesen als im Vorjahr. Und daraus lässt sich ableiten, was der Vorstandssprecher Hans-Peter Ulepic am Freitag bei der Bilanzpressekonferenz vornehm zurückhaltend als "sehr gutes Ergebnis” bezeichnete.

Das Betriebsergebnis macht 1,71 Prozent der Bilanzsumme aus; im Vorjahr, das auch beileibe kein schlechtes war, hatte es bei 1,20 Prozent gelegen. Zu verdanken ist dies vor allem der Baufinanzierung. Mit Krediten in Höhe von 229 Millionen unterstütze die Gladbacher Bank die Immobilienkäufer, das sind 41 Prozent mehr als im Vorjahr. Längst nicht jeder baute selbst, viele übernahmen bestehende Immobilien.

Gerade in Mönchengladbach wurde 2009 gebaut, weswegen Ulepic feststellt: "Das gute Ergebnis bei der Baufinanzierung verdanken wir nicht allein der Region, sondern Geschäften in ganz Deutschland.” Der Trend hält derweil an. In den ersten beiden Monaten hat die Nachfrage nach Baukrediten wegen der historisch niedrigen Zinsen sogar noch einmal angezogen.

  • Vorstandschef Hans-Peter Ulepic (am Pult) erklärt
    Hauptversammlung : Gladbacher Bank kämpft gegen Zinstief

Zwar waren die Unternehmer der Region sehr vorsichtig bei Investitionen, andererseits hatte die Gladbacher Bank 2009 keine einzige Insolvenz größeren Stils zu begleiten. Den in der Diskussion immer wieder geäußerten Vorwurf der Kreditklemme dreht der Vorstand der Gladbacher Bank um. "Wir würden gerne mehr unserer liquiden Mittel für Kredite einsetzen, doch es fehlt die Nachfrage aus dem Mittelstand”, so Ulepic.

Ob die heimische Wirtschaft das Schlimmste der Krise schon überstanden hat, wollen die Gladbacher Banker nicht prognostizieren. "Auf jeden Fall ist es ein Jahr der Wahrheit”, sagt Vorstand Norbert Lautenschläger. Vom guten Geschäftsjahr profitierte auch der Arbeitsmarkt. Die Gladbacher Bank stellte zwei weitere Mitarbeiter ein und hat jetzt 147.

Natürlich dürfen sich auch die rund 2200 Aktionäre freuen. Für jede der knapp 100.000 im Umlauf befindlichen Aktien wird, so die Hauptversammlung am 19. Mai zustimmt, eine Dividende von zwölf Euro ausgezahlt. Das ist ein Euro mehr als im Vorjahr. Angesichts des Erfolgs bleibt die Strategie unangetastet: "Wir bleiben ein regional ausgerichtetes Kreditinstitut mit konservativer Geschäftspolitik”, so Ulepic.

(RP)