Mönchengladbach: Gladbach - erste Adresse für Christbaumständer

Mönchengladbach : Gladbach - erste Adresse für Christbaumständer

Schrauben war gestern, heute wird eingeseilt: Das Unternehmen F-H-S International mit Sitz an der Eickesmühle vertreibt 40 Prozent aller in Deutschland verkauften Halterungen für Weihnachtsbäume.

Der Weihnachtsmann lebt bekanntermaßen am Nordpol und hat eine Zweitwohnung in Himmelpforten, das Christkind ist im Bergischen Land (Engelskirchen) beheimatet. Aber woher kommen die Weihnachtsbaumständer? Wer im Discounter oder im Baumarkt auf die Packungen blickt, stellt schnell fest: aus Mülfort, und das zu einem nicht unerheblichen Teil. Denn das Unternehmen F-H-S International mit Sitz an der Eickesmühle teilt mit der niederbayrischen Firma Krinner den Markt im Wesentlichen unter sich auf. "Die haben ungefähr 60 Prozent Marktanteile, wir die restlichen 40", sagt F-H-S-Geschäftsführer Hans-Walter Beckers.

Für beide Unternehmen gilt: Die althergebrachten Schraub-Ständer gehören Großmutters Zeiten an, heute kommt die moderne Einseiltechnik zum Tragen. Entsprechend gut sind die beiden Kontrahenten mit Patenten eingedeckt, immer wieder beharken sie sich gegenseitig. "Wir haben um die fünf Patente, der Mitbewerber um die 40", sagt Beckers. Dass Krinner das Verfahren der Rundum-Einseil-Technik mit Fußhebel Ende der 80er Jahre erstmals patentieren ließ, ist dabei unstrittig. Das Original-Patent lief 20 Jahre später aus. Auch legen die Niederbayern Wert auf den Zusatz "Made in Germany", wohingegen die Produkte von F-H-S, das in diesem Segment seit Ende 2008 am Markt ist, in China gefertigt werden. "Die Weihnachtsbaumständerfabrik, mit der wir zusammenarbeiten, fertigt ausschließlich für uns", sagt Beckers. Neu im Sortiment sei etwa ein selbstfixierendes Modell. "Wir sind die Einzigen, die so etwas anbieten", sagt der 62-Jährige. "Dafür haben wir mit einem Tüftler aus Salzburg zusammengearbeitet."

Über den Duisburger Containerhafen kommt die Ware ab Ende Juli nach Deutschland - von dort werden die pro Jahr dann 200 bis 250 Sattelschlepper voller Christbaumständer über Deutschland und die umliegenden Länder verteilt. Die runden Ständer gehen an große Discounter wie Real, die eckigen an Baumärkte wie Obi. "Die Hauptverkaufszeit beginnt in den Discountern im November, in den Baumärkten in den letzten zehn Tagen vor Weihnachten", sagt Beckers, dessen Team inklusive Außendienstlern zehn Mitarbeiter umfasst.

60 Prozent seines Umsatzes machen die Christbaumständer aus. Der Rest entfällt auf weitere Weihnachtsdekoration, Lichtschläuche, Party- und Gartenbeleuchtung. "Das machen wir mit, weil wir sowieso in China sind", sagt der gebürtige Mönchengladbacher Beckers. Immer mal wieder habe F-H-S so auch Trends gesetzt, etwa im Bereich der LED-Beleuchtung von unterhalb des Weihnachtsbaumes- Und wenn gerade nicht, um Franz Beckenbauer zu zitieren, heut' scho' Weihnachten ist? Dann sei er viel auf Messen unterwegs, etwa auf der Christmasworld in Frankfurt oder den großen Verbrauchermessen in China. Große neue Trends im Bereich der Christbaumständer zeichneten sich aber nicht ab. "Die Produkte sind absolut ausgereift. Es gibt nichts Besseres als Ständer mit Seilführung oder Selbstfixierung."

Doch während diese Techniken sich mittlerweile vielerorts in Europa durchgesetzt haben, wird in den USA weiter fleißig geschraubt. Denn die Amerikaner bräuchten für ihre dickeren Bäume größere Ständer, die mehr kosteten, wollten dafür aber möglichst wenig ausgeben. "Wir wollen eventuell etwas entwickeln, wo nicht so sehr auf Design gearbeitet wird - vielleicht nur mit einem Wassertopf", sagt Beckers. Apropos Tank: Der sei schön und gut, bringe aber wenig, wenn man seinen Baum nicht unten absäge. "Sonst zieht der nach vier bis fünf Tagen nämlich kein Wasser mehr."

(RP)
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