Mönchengladbach: Gladbach - eine große Baustelle

Mönchengladbach : Gladbach - eine große Baustelle

Überall Bagger, Baken und Krane: Wer dieser Tage durch die Stadt fährt, sieht an allen Ecken und Enden Aufbruch. Denn so viel gebaut wie derzeit wurde lange nicht. Mehr als eine Viertelmilliarde Euro wird dafür investiert.

Mönchengladbach ist fast pleite. Mönchengladbach ist hässlich. In Mönchengladbach passiert nix. Mönchengladbach verkommt immer mehr. Und überhaupt, früher war alles besser. Die Straßen, die Parks, die Brunnen, und, und, und. Ja? Wirklich? Sind das nicht alles nur Vorurteile, und noch dazu teils falsche? Denn die Fakten sehen anders aus: Derzeit wird in der Stadt so viel gebuddelt und gebaut wie seit Jahren nicht mehr.

Bagger, Krane und Baustelleneinrichtungen prägen das Stadtbild, und sobald der Stadttheater-Komplex abgerissen wird, wird dieser Eindruck sogar noch zunehmen. Seit Montag wird der Lichthof entkernt und dann abgerissen, damit sind die Arcaden endgültig auf den Weg gebracht — und damit sind dann alle großen Bauprojekte der Stadt, über die zum Teil ein Jahrzehnt verhandelt und geplant wurde, "auf der Baustelle". Die drei teuersten Maßnahmen:

Fast 200 Millionen Euro beträgt das Investitionsvolumen für das neue Einkaufszentrum an der Hindenburgstraße. Bis Ende 2014 sollen die Arcaden fertig sein. Die Interimshalle an der Stepgesstraße öffnet Anfang Oktober, dann wird der Abriss von Lichthof, Theatergalerie, Iduna-Hochhaus und Stadttheater bereits in vollem Gange sein.

23,7 Millionen Euro fließen in das Innenstadtkonzept Rheydt, 12,5 Millionen davon in den Marktplatz und die Sanierung der Tiefgarage. Ende 2013 soll alles fertig sein, seit Anfang Juli sind die Bagger auf dem Platz zugange. In wenigen Tagen kommt die Umgestaltung des Hugo-Junkers-Parks dazu.

16,9 Millionen Euro lässt sich die Kreishandwerkerschaft ihr neues Domizil an der Oststraße kosten. Die riesigen Krane deuten schon aus großer Entfernung an: Hier entsteht etwas. Und zwar bis Herbst 2013 Lehrwerkstätten, die Filialdirektion der Signal-Iduna-Versicherung und Räume für die Geschäftsführung von Kreishandwerkerschaft und Jugendförderungswerk.

Doch auch ohne den Einsatz von zwei- oder dreistelligen Millionensummen lässt sich Altes dem Erdboden gleichmachen und Neues aus selbigem stampfen. Das Bauamt an der Viersener Straße ist gefallen, dort entsteht ein Bürobau — Baustelle. In der City-Ost wächst das neue Hotel der Kette B&B in die Höhe — Baustelle. An der Hochschule entsteht ein neues Gebäude für die Wirtschaftswissenschaften — Baustelle. Fast alle Krankenhäuser modernisieren oder erweitern — Baustelle um Baustelle. Die Mülforter Zeugdruckerei wird abgerissen — Baustelle. Borussia baut einen neuen Trainingsplatz — Baustelle. Bis November wird die Korschenbroicher Straße ausgebaut — Baustelle. Am Mittleren Ring soll es weitergehen, bevor steht zudem die zweite Ausbaustufe des Nordrings — dafür bekommt die Stadt sieben Millionen Euro vom Land. KOMMENTAR

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(RP/ila)