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Mönchengladbach: Giesenkirchen will sich entwickeln

Mönchengladbach : Giesenkirchen will sich entwickeln

Baulücken sollen geschlossen, das Zentrum gestärkt, Wegenetze ausgebaut werden. Das alte Freibad könne sich in einen Naturerlebnisraum verwandeln. Das raten die Planer, die im Auftrag Stadt ein Entwicklungskonzept für Giesenkirchen erarbeitet haben. Jetzt wurde es vorgestellt.

giesenkirchen In den vergangenen zwölf Monaten war Olaf Kaspers oft in Giesenkirchen unterwegs. Von Berufs wegen: Der Stadtplaner eines Essener Planungsbüros sollte gemeinsam mit Kollegen eines Dortmunder Büros ein Stadtteilentwicklungskonzept für Giesenkirchen erarbeiten. Die Stadt Mönchengladbach hatte dazu den Auftrag erteilt. "Dialog Giesenkirchen" wurde das Projekt getauft, die Bürger hatten die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen.

Foto: Hans-Peter Reichartz

Schnell gewann Kaspers "ein sehr positives Bild von Giesenkirchen", sagt er. Großes Potenzial liege etwa in den attraktiven Landschaften und dem vorhandenen Wegenetz. Wie sich dieses Potenzial weiter ausschöpfen lässt, erklärte Kaspers jetzt in der Aula des Franz-Meyers-Gymnasiums. Rund 200 Bürgern stellte er bei der Abschlussveranstaltung des Giesenkirchener Dialogs das Stadtteilentwicklungskonzept vor.

FREIRAUM/WEGENETZ Von keinem Punkt im Zentrum aus seien die Bürger weiter als zwei Kilometer von der freien Landschaft entfernt, sagte Olaf Kaspers. Diese attraktive Landschaft müsse "geschützt und erlebbar gemacht werden".

Das bedeutet, Neusiedlungen sollten nicht in die Freiräume eingreifen, ausgebaute Wegenetze sollten sie verbinden. Mit Wegen abseits der Hauptstraßen könnte darüber hinaus für Radfahrer und Fußgänger eine "direkte, schnelle, sichere und attraktive Verbindung" verschiedener wichtiger Standorte wie Schulen, Sportanlagen und Einkaufsmöglichkeiten entstehen.

SIEDLUNGSFLÄCHEN "Giesenkirchen ist durchaus ein gefragter Standort", sagte Olaf Kaspers.85 Prozent der Nachfrage nach Bauland komme jedoch aus dem Stadtteil selbst. Kaspers riet, sich auf den Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern, aber auch Mietwohnungen zu konzentrieren.

Es gelte, Baulücken zu schließen und den Bestand zu stärken, statt am Stadtteilrand zu bauen und in die Landschaften einzugreifen. Mehr als 100 Baulücken auf insgesamt acht Hektar Fläche gebe es. Neue Siedlungen könnten zum Beispiel an den Schulstandorten Friesenstraße und Kleinenbroicher Straße entstehen, wenn die Schulen geschlossen würden.

Auf dem Gelände Parkplatz Kruchenstraße seien etwa 25 Wohneinheiten realisierbar, auf dem Aschenplatz Lorenz-Görtz-Straße rund 30, am Meerkamp rund 50.

ZENTRUM STÄRKEN Konstantinstraße und Konstantinplatz sollen das Zentrum des Stadtteils bleiben. Private Zusammenschlüsse wie Immobilien- oder Standortgemeinschaften sollen gefördert, die Nahverkehrsanbindung an den Versorgungsschwerpunkt untere Konstantinstraße verbessert werden. Um den Einzelhandel zu stützen, schlägt Kaspers auch vor, den Konstantinplatz aufzuwerten: Zum Beispiel durch eine mit Leuchten und Kunststelen markierte Fußgängerachse von der Konstantinstraße zum Konstantinplatz.

Dafür müssten fünf Parkplätze weichen. "Suchverkehre und wildes Parken können nur durch eine dauerhafte Aufgabe der Parknutzung vermindert werden", sagte Kaspers. Er ist jedoch skeptisch, dass der Konstantinplatz gänzlich ohne Parkflächen auskommt: "Ein Angebot für Kurzzeitparker ist insbesondere für den Wochenmarkt ein stabilisierender Faktor", sagte er. Hofläden und mobile Dienste sollen die Nahversorgung in allen Teilen Giesenkirchens sichern.

FREIBAD Olaf Kaspers rät, das stillgelegte Freibad in einen Naturerlebnisraum zu verwandeln. Dort könnten sich dann Kinder und Jugendliche austoben. Mehrere Betreiber könnten sich zusammenschließen und ein "Angebots-Paket" schnüren — etwa mit Mini-Golf, einem City-Strand, Gastronomie, Wohnmobilpark und Klettergarten.

(naf)