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Mönchengladbach: Giesenkirchen will sein Graffiti-Problem in den Griff bekommen

Mönchengladbach : Giesenkirchen will sein Graffiti-Problem in den Griff bekommen

Wie Heike Hahnen, Anwohnerin der Straße Meerkamp, ging es zuletzt vielen Giesenkirchenern: Sie mussten feststellen, dass ihre Hausfassaden und Garagen mit Graffiti besprüht worden waren. Auch Autos, Bushaltestellen und Schaukästen waren betroffen. Alleine in einer Nacht Anfang November hatten der oder die Sprayer "Tags" (Signaturen) auf 19 Wänden hinterlassen. Nun wurden Maßnahmen angestoßen, die helfen sollen, das Problem in den Griff zu bekommen.

"Wir wurden von vielen Bürgern und Geschäftsleuten zu dieser Thematik angesprochen", sagt Frank Boss, Ortsverbandsvorsitzender der CDU. Daraufhin habe die CDU einen offenen Brief an Polizeipräsident Hans-Hermann Tirre geschrieben. "Im Gespräch machte der Polizeipräsident dann deutlich, dass sowohl die Bezirksbeamten als auch auch die Kollegen im Streifendienst sensibilisiert sind und die Fälle zentral behandeln." Dazu gehöre auch ein verstärkter Streifeneinsatz speziell zu späteren Tages- beziehungsweise Nachtzeiten.

Erste Schritte seien bereits eingeleitet, sagt Boss. So hat die Polizei in Geschäften rund um den Konstantinplatz Plakate verteilt mit dem "Tag", das der oder die Sprayer immer wieder in Giesenkirchen hinterlassen. Wer Angaben zum Verursacher oder zur Bedeutung der Signatur machen kann, soll sich unter Tel. 02161 290 melden.

Die verschmutzten öffentlichen Flächen sollen schnellstmöglich gereinigt werden. "Hierzu haben wir den Kontakt zur NVV und deren Partner Deutsche Städtemedien hergestellt, die kurzfristig für die Reinigung vieler Buswartehallen sorgen werden." Auch der kommunale Ordnungsdienst sei angesprochen worden und fahre derzeit verstärkt Streife. Und: Auch präventiv wolle man tätig werden. Derzeit würden Kooperationen geplant, um Jugendliche im Ortsteil sinnvoll einzubinden. "Unter dem Motto ,Graffiti – junge Kunst' soll das Thema für Jugendliche attraktiv gemacht werden – ohne dabei strafbare Handlungen zu begehen."

Kritik kam prompt von Oliver Büschgens, SPD-Ortsvorsitzender und Mitglied im Polizeibeirat. Die CDU fordere eine "Sonderkommission", was purer Aktionismus sei: "Was soll diese erreichen? Soll sie gar mit Schrubbern und Putzlappen ausgerüstet werden, um betroffene Privathäuser von Graffiti zu befreien?" Büschgens schlägt stattdessen vor, dass die CDU-Politiker selber zum Putzeimer greifen und abends "nach möglichen Verdächtigen Ausschau halten". Das wäre mal ein innovativer Politikansatz."

(RP)