Mönchengladbach: Gewerkschaften werben für Betriebsratswahlen

Mönchengladbach: Gewerkschaften werben für Betriebsratswahlen

Die Kandidatenlisten für die Betriebsratswahlen liegen aus. Von 1. März bis 31. Mai sind Arbeitnehmer ohne Leitungsfunktion, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Emrah Bektas, Vorsitzender DGB-Stadtverband Mönchengladbach, hofft auf eine gute Wahlbeteiligung. 2014 lag diese bei 77 Prozent. Diesmal sollen es, so die Hoffnung, sollen es mehr Wahlbeteiligte werden. Gemeinsam mit den anderen Gewerkschaften in Mönchengladbach rührt Bektas deshalb die Werbetrommel.

"Gewerkschaften helfen bei der Etablierung von Betriebsräten", sagt er. "Betriebsräte sind aber nicht notwendigerweise auch gewerkschaftlich organisiert." Bektas ist es ein Anliegen, auf die Vorteile des betriebsverfassungsrechtlichen Mitbestimmungsorgans hinzuweisen. Klaus Churt, DGB-Regionalsekretär, verweist als ein Beispiel auf die durchgeführte Pendlertüten-Aktion am Bahnhof. Die habe das Ziel gehabt, bahnreisende Arbeitnehmer für die Arbeit von Betriebsräten zu sensibilisieren. Denn die seien nicht überall erwünscht. Dominik Kofent, Geschäftsführer Verdi-Bezirk linker Niederrhein, sieht etwa im Dienstleistungsbereich großen Nachholbedarf.

Kofent ist überzeugt, dass sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber profitieren. Er verweist auf Zahlen, die belegen, dass Betriebe mit Betriebsrat im Durchschnitt rund zehn Prozent mehr bezahlen, während die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen kleiner ist. Ein Signal liest er im DAX-Index, da prägende Betriebe auch starke Betriebsräte hätten. Er hebt hervor, dass laut einer Studie der Universität Trier Arbeitgeber in Unternehmen mit Betriebsräten von einer höheren Motivation der Belegschaft profitieren. Je nach Branche und Betriebsgröße steige dadurch die Produktivität um 9 bis 30 Prozent.

Frank Taufenbach, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Mönchengladbach, hebt hervor: "Betriebsräte sind auch ein wichtiger Faktor, wenn ein Unternehmen in Schieflage gerät. Ohne Anhörung des Betriebsrates sind Kündigungen unwirksam - und bei Sozialplänen ist eine Zustimmung erforderlich", betont er. Mancher Arbeitgeber müsse erst durch eine einstweilige Verfügung beim Arbeitsgericht akzeptieren, dass nicht der Arbeitgeber über die Existenz eines Betriebsrates entscheide. "Die Beschäftigten eines Betriebes entscheiden das selbst".

(anw)