1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Gewerbegebiet mit Viersen rückt näher

Mönchengladbach : Gewerbegebiet mit Viersen rückt näher

Die Entwicklungsgesellschaft vermeldet positive Signale von Land und Bezirksregierung hinsichtlich eines neuen Areals an der A 52. Auch im Rückblick auf 2013 wurden gute Zahlen verkündet - zusammen mit viel Optimismus für 2014.

An der Dahlener Straße steht eine ganze Häuserzeile, die die Entwicklungsgesellschaft EWMG für die Stadt verwaltet - bis die Straße eines Tages, wie es geplant ist, verbreitert wird und die Bauten nicht mehr benötigt werden.

Zwei Millionen Euro spülten die Verwaltung, Unterhaltung und Pflege gewerblicher Mietverträge sowie die Vermietung und Verpachtung städtischer Gebäude 2013 in die Kassen der EWMG. Ein nahezu unbekannter Teilbereich der Aktivitäten der Stadttochter, da bei weitem nicht der öffentlichkeitswirksamste. Da stechen andere weit mehr hervor. Und in fast allen konnten Geschäftsführer Dr. Ulrich Schückhaus und Aufsichtsratsvorsitzender Horst-Peter Vennen gestern glänzende Zahlen für 2013 verkünden. Ein Überblick:

Die nackten Zahlen sprechen für sich. "Wir haben unser Umsatzziel deutlich übertroffen", sagte Schückhaus. Das Umsatzvolumen aller An- und Verkäufe betrug 2013 stolze 32,6 Millionen Euro - mit Abstand der Spitzenwert in der Geschichte der EWMG. Darin enthalten ist etwa der Ankauf des Roller-Marktes für zehn Millionen. Nie zuvor haben EWMG und Stadt so viel für Ankäufe ausgegeben, nur einmal zuvor mehr mit Verkäufen eingenommen (2011).

Im operativen Geschäft wurde ein vorläufiges Ergebnis von 500 000 Euro erreicht, das vorläufige Finanzergebnis (mit Zuschuss der Stadt, mit dem die Differenz zur NEW-Dividende ausgeglichen wird) bei drei Millionen. Ohne Zuschuss liegt das vorläufige Ergebnis des Jahresüberschusses bei 2,3 Millionen vor Steuern, mit Zuschuss bei 3,5 Millionen Euro. Die Darlehensverbindlichkeiten sanken von 19,5 auf 18,5 Millionen Euro.

An- und Verkäufe Neben der Roller-Fläche an der Lürriper Straße kauften Stadt und EWMG 2013 etwa auch das Hotel Oberstadt und die Gewerbeimmobilie Albertus-/ Ecke Steinmetzstraße (neben dem Parkhaus des Einkaufszentrums). Letzteres perspektivisch - denn dort soll sich städtebaulich einmal einiges verändern, auch das gegenüberliegende Grundstück ist bereits städtisch. Verkauft wurde unter anderem an Santander im Nordpark.

Baugrundstücke "EWMG gehen die Grundstücke aus" - so lautete in den letzten Jahren mehrfach die logische Überschrift für RP-Artikel zur EWMG. So könnte sie auch diesmal lauten, doch gestern überwog der Optimismus deutlich das Lamentieren. 85 Grundstücke wurden 2013 verkauft, "ein exzellenter Wert", so Schückhaus. Zum 30. April waren zwar nur noch 18 Grundstücke frei verfügbar. Abhilfe schaffen sollen der dritte Bauabschnitt Dahlener Heide (26 Grundstücke) und das Neubaugebiet Rönneter Nord/Süd (34). Mit Letzterem will die EWMG Anfang 2015 am Markt sein.

Gewerbegebiete Es gebe mittlerweile und endlich positive Signale seitens Bezirksregierung und Land für ein neues interkommunales Gewerbegebiet mit Viersen an der A 52, sagt Schückhaus: "Man kennt dort unsere Absprachen mit Viersen und unterstützt sie auch." Entsprechend groß ist der Optimismus, das Vorhaben - auf 100 Hektar soll das Gebiet vorläufig dimensioniert werden - noch in den neuen Regionalplan zu bekommen. Doch selbst wenn Planungsrecht vorläge, "können wir dort in den nächsten fünf Jahren noch nicht arbeiten", so der EWMG-Chef weiter. Grund: Die kleinteilig parzellierten landwirtschaftlichen Flächen müssen Stück für Stück angekauft werden. Damit soll schon jetzt begonnen werden.

Pläne für 2014 Infrastruktur Dahlener Heide, Sanierung, Vermarktung und Infrastruktur Mülforter Zeugdruckerei, Infrastruktur für Santander im Nordpark - das sind die Pläne für das laufende Jahr. Ferner soll das Reme-Gelände entwickelt werden, auch will sich die EWMG noch stärker darauf fokussieren, Mehrfamilienhäuser als Investitionsobjekte zu entwickeln und zu verkaufen. Die wegbereitende Begleitung des Masterplans - durch Flächenankäufe, wie im Beispiel Roller - spielt eine weitere gewichtige Rolle. Und: Nach der Wahl sollen auch die Hotel-Pläne für das alte Haus Zoar "zügig" wieder auf den Tisch kommen. "Wir müssen die Interessenten - es gibt auch neue - endlich abholen, sonst machen wir uns unglaubwürdig", so Schückhaus. Angestrebt werde eine große Lösung, die das Haus Erholung mit einbezieht, um einen Tagungsort mit Strahlkraft zu entwickeln.

Altstadt Eine Sonderrolle spielt die EWMG für die Altstadt - und die Altstadt für die EWMG. Acht Objekte wurden mit der Stadt in den letzten Jahren angekauft und sinnstiftend weitergereicht - 2013 etwa das Haus Waldhausener Straße 64 (Kulturküche). Das Haus Waldhausener Straße 87 wird bald verkauft, der Notartermin steht bevor. "Wir wollten - und wollen - mit unserem Engagement dort erreichen, dass sich nach und nach auch private Investoren einbringen, weil sie sehen: Wenn ich jetzt noch schnell zuschlage, bin ich noch einigermaßen günstig dabei", sagte Schückhaus. Und dieses Konzept gehe so langsam auf.

(RP)