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Mönchengladbach: Gesamtschule: Noch keine Mehrheit

Mönchengladbach : Gesamtschule: Noch keine Mehrheit

CDU und FDP wollen die Standort-Frage für die sechste Gesamtschule in Gladbach erst bei den Haushaltsberatungen endgültig entscheiden. Die FWG will es bei der Aachener Straße belassen.

Spannung vor der Sitzung des Schulausschusses am Mittwoch: Auch nach den Fraktionssitzungen am Montag zeichnet sich noch keine Mehrheit für den endgültigen Standort der sechsten Gesamtschule ab. CDU und FDP wollen festlegen, dass entweder der Schultausch mit der Geschwister-Scholl-Realschule oder die ursprüngliche Lösung mit zwei Gebäuden an der Aachener Straße realisiert werden. Welche von beiden es wird, soll erst bei den Haushaltsberatungen entschieden werden.

"Dazu sind die jeweiligen Folgen zu unterschiedlich und zu komplex. Das kann man nicht mal eben im Blindflug machen", erklärte gestern Abend Nicole Finger (FDP) der RP. Beide Lösungen sind ähnlich teuer, haben aber unterschiedliche Auswirkungen auf den Haushalt und sorgen dafür, dass an jeweils ganz anderen Stellen gespart werden müsste. Auch der NeubauVorschlag von Architekt Schrammen ist für CDU und FDP weiter diskutabel, müsste aber noch geprüft werden. Vorläufig soll nach dem Willen von CDU und FDP ein Jahrgang in Containern an der unteren Aachener Straße und nicht in dem Gebäude an der Aachener Straße 52 unterrichtet werden. Die FWG hält den ursprünglichen Antrag, beide Schulgebäude an der Aachener Straße zu nutzen, nach den jüngsten Zahlen der Verwaltung für den wirtschaftlichsten.

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Derweil sind die Interessenlage der beiden betroffenen Schulen unterschiedlich. Die kommissarische Leiterin der sechsten Gesamtschule, Raphaela Hahn, appelliert an die Politiker, auf jeden Fall in der morgigen Sitzung des Schulausschusses zu entscheiden. Die sei sowohl für die Eltern der künftigen Fünftklässler als auch für die neuen Lehrer wichtig. Einen Schultausch mit der Realschule kann sie sich gut vorstellen. Ganz anders sieht dies Barbara Duibjohann, die Schulleiterin der Geschwister-Scholl-Realschule. Sie hält einen Umzug an die Aachener Straße für keine gute Lösung und begründet dies so: Weil die Realschule dann nur noch zwei Züge aufnehmen könnte, müssten das musisch-künstlerische Angebot, die individuelle Förderung der Schüler und die Inklusion eingeschränkt werden. Darum hofft Duibjohann, dass sich "Politik und Verwaltung die notwendige Zeit nehmen, um über diese schwierige Situation in Ruhe zu beraten und zu beschließen". Schüler und Eltern der Realschule wollen morgen vor dem Rathaus demonstrieren.

(RP)