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Mönchengladbach: Gesamtschule: Hoffen auf die Last-Minute-Einigung

Mönchengladbach : Gesamtschule: Hoffen auf die Last-Minute-Einigung

Nur in einem sind sich alle einig: Sollte es morgen in der Sondersitzung des Schulausschusses für keinen der Vorschläge zum künftigen Standort der sechsten Gesamtschule eine Mehrheit geben, wäre das eine Blamage für Politik und Verwaltung. Bloß: Wie sich diese Blamage denn nun abwenden lässt – das weiß noch niemand.

Nur in einem sind sich alle einig: Sollte es morgen in der Sondersitzung des Schulausschusses für keinen der Vorschläge zum künftigen Standort der sechsten Gesamtschule eine Mehrheit geben, wäre das eine Blamage für Politik und Verwaltung. Bloß: Wie sich diese Blamage denn nun abwenden lässt — das weiß noch niemand.

Zu unvereinbar scheinen die Positionen der Parteien. Für SPD und Grüne ist klar: Die Gesamtschule soll ihr Schulgebäude mit der Geschwister-Scholl-Realschule tauschen. Das schlägt auch die Verwaltung vor, und zwar aus schulorganisatorischer und aus wirtschaftlicher Sicht. "Die Vorlage ist überzeugend, die Kosten sind nachvollziehbar dargestellt. Darum ist das für uns eindeutig die beste Lösung", sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Lothar Beine.

Die Bausubstanz an der Aachener Straße 52 sei zu schlecht; eine Sanierung unsinnig. "Dieser Lösung können wir nicht zustimmen", so Beine. Der grüne Fraktionssprecher Karl Sasserath sieht das ganz ähnlich: "Der Schultausch ist die sinnvollste Variante und entscheidungsreif." Dass CDU und FDP das anders werten, hat nach Überzeugung von Beine und Sasserath allein mit der nahenden Kommunalwahl zu tun. "Alle Fakten liegen vor. Ich kann nicht verstehen, warum jemand da noch zusätzliche Zeit zum Entscheiden braucht — außer, dass er unbedingt über die Kommunalwahl kommen will", so Beine.

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Nur in einem widerspricht der SPD-Fraktionsvorsitzende der Verwaltung. Er würde den nächsten Jahrgang Gesamtschüler lieber in Containern an der unteren Aachener Straße unterbringen als im maroden Schulgebäude der auslaufenden Hauptschule. Das sehen auch CDU und FDP so. Sie verstehen ihre Position als positives Signal an die Gesamtschule. Sie haben nach dem Ausschlussprinzip einige Lösungen aussortiert. Übrig sind zwei: der Schultausch oder die vor drei Jahren von der Ampel beschlossene Variante, beide Gebäude an der Aachener Straße zu nutzen. Jede Lösung kostet über zehn Millionen Euro — hat aber jeweils markant andere Auswirkungen auf den Haushalt. Was sich die Stadt wegen der Gesamtschule an anderer Stelle nicht leisten kann, wollen CDU und FDP vor ihrem Votum entschieden haben. Die FWG könnte rechnerisch als Zünglein an der Waage einem der beiden Blöcke zu einer Mehrheit verhelfen, findet aber beide Positionen falsch. Sie ist für die Aachener Straße als Standort und will das sofort entschieden wissen.

So wird es morgen im Rathaus vor voller Zuschauertribüne eine spannende Debatte geben. Der sieht der Vorsitzende des Schulausschusses, Ulrich Elsen (SPD), gleichwohl gelassen entgegen. "Alle wissen: Wir können den Ratssaal nicht ohne eine Lösung verlassen. Ich bin sicher, dass das allen Mitgliedern bewusst ist", sagt Elsen. Sich noch während einer Debatte zu bewegen, gehöre zum Wesen der Demokratie.

(RP)