Mönchengladbach: Geroplatz: Geparkt wird woanders

Mönchengladbach : Geroplatz: Geparkt wird woanders

Autofahrer sind sauer, dass sie am Geroweiher nicht parken können. Die Stadt verteidigt den Standort für Roncalli. Und die Masterplaner raten dazu, sich an den derzeitigen Zustand zu gewöhnen. Denn der Parkplatz fällt bald ohnehin weg.

Roncalli ist in der Stadt — der große, der weltberühmte Zirkus Roncalli. Das riesige blau-weiß gestreifte Zelt steht auf dem Geroplatz, rundherum die Wagen, die durch die Bank 100 und mehr Jahre auf dem Buckel haben. Frisch gestrichen sind sie und mit viel goldenem Dekor aufgehübscht für die neue Saison. Und: Der nostalgische Traditionszirkus hat in Mönchengladbach die Weltpremiere für sein neues Programm gehabt. Eine Ehre für die Stadt. Da sollte man meinen, dass die Mönchengladbacher, die es doch so gewissenhaft mit der Tradition halten, begeistert sein müssten über den Standort, den die Stadt dem Zirkus gegeben hat. Unterhalb von Rathaus und Münster, am Fuß des Abteibergs — das hat was. Genau hierher gehört dieser Zirkus, der so einzigartig ist wie sein Gründer, Bernhard Paul. Der Mann, der schon als Kind verkündete, dass er Clown werden würde, gegebenenfalls im eigenen Zirkus.

Die Stadt kontert: "Der Zirkus gehört mitten in die Stadt"

Aber nicht jeder ist zufrieden. In Leserbriefen, am Telefon und online haben sich Mönchengladbacher beschwert, dass durch den Zirkus der Parkplatz wegfällt — und das gleich für Wochen. Warum der Zirkus denn nicht im Nordpark stehen könnte, da sei doch ausreichend Platz — für den Zirkus, die Autos der Zirkusgäste und überhaupt. Auch die Nähe zur nächsten Autobahnauffahrt wird als positiver Aspekt ins Feld geführt. "Diese Frage hat sich uns überhaupt nicht gestellt", sagte auf Nachfrage Stadtsprecher Wolfgang Speen.

Erstens würden in der fraglichen Zeit auf dem Messegelände im Nordpark die Vorbereitungen für die Frühjahrsausstellung in Angriff genommen. "Außerdem finden wir: Ein Weltzirkus wie Roncalli gehört mitten in die Stadt und nicht auf die grüne Wiese." Und Wolfgang Speen betonte: "Der Zirkus belebt die Innenstadt enorm." Die Zirkusbesucher parken in der Regel in den Parkhäusern in der Nähe des Alten Marktes und des Kapuzinerplatzes. "Vor und nach dem Zirkusbesuch flanieren sie durch die Stadt — das kann nicht schlecht für uns sein."

Masterplan sieht Grün und Wasser vor — keinen Parkplatz

Und vielleicht ist das jetzt die Gelegenheit, sich an fehlende Parkplätze auf dem Geroplatz zu gewöhnen. Denn der Masterplan sieht für diese zentrale Fläche sehr viel Grün und Wasser vor — keinen Parkplatz. Die Umsetzung wird nicht lange auf sich warten lassen, wie Fritz Otten, Vorsitzender des Masterplan-Vereins MG 3.0 gestern sagte. "Die Umgestaltung des Geroplatzes beginnt in diesem Jahr." Wie Ende des vergangenen Jahres bekannt wurde, fördert der Bund die ersten Pilotprojekte des Masterplans.

"Es geht um einen höheren fünfstelligen Betrag", sagte Fritz Otten. Konkret wurde die Umsetzung des Masterplans als Modellprojekt im Rahmen des Projektaufrufs "Stadt und Wirtschaft" der Nationalen Stadtentwicklungspolitik ausgewählt. Projekte im Monforts-Quartier, am Geroweiher und an der Hochschule könnten dabei zuerst werden, so Fritz Otten. "Auf der Bleichwiese ging es nach zähem Start plötzlich auch ganz schnell."

Auch ohne Masterplan wurde der Geroplatz auch in der Vergangenheit als Platz für Attraktionen genutzt. Zuletzt hatten die Tribünen und das Zelt ihn beim Veilchendienstagszug zu einem zentralen Ort für das karnevalistische Treiben gemacht. Wenn der Zirkus Roncalli weg ist, kommt schon das nächste Event: Dann wird die Osterkirmes auf dem Geroplatz aufgebaut.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hier wächst ein Zirkus-Zelt: Aufbau des Zirkus Roncalli in Mönchengladbach

(RP)