Mönchengladbach: Gemeinsam das Theater fördern

Mönchengladbach : Gemeinsam das Theater fördern

Mit dem Ensemble ist auch die Theatergemeinde wieder im sanierten Rheydter Bühnenhaus eingezogen. Darüber freut sich Vorsitzender Dietmar Micha. Er hofft, dass nun viele Abonnenten zurückkehren, die während der beiden Ausweichspielzeiten im TiN abgesprungen waren.

Die Theatergemeinde Mönchengladbach bereitet sich auf die kommende Spielzeit vor. Mit der Rückkehr des Ensembles in das frisch sanierte Theater bessern sich auch die Rahmenbedingungen für den Verein wieder. Seit seiner Gründung 1922, die damals vom katholischen Volksverein unterstützt wurde, ermöglicht er vielen Bürgern den Zugang zu Kultur und Bildung.

Mehr Abonnenten

Die Verwaltung ist bereits umgezogen, das Ensemble und das Publikum folgen in diesen Tagen. Ab dieser Spielzeit geht im frisch sanierten Theater wieder der Vorhang für Ballett, Schauspiel und Musiktheater hoch. "Wir sind sehr froh darüber", sagt Dietmar Micha, Vorsitzender der Theatergemeinde Mönchengladbach. "Denn jetzt kommen viele Abonnenten zurück." Der Verein will mit seinem Angebot Hemmschwellen abbauen und Menschen aller Schichten den Zugang zu Bildung ermöglichen.

Diese Tradition ist fast 90 Jahre alt. 1922 wurde die Theatergemeinde als Bühnenvolksbund Mönchengladbach gegründet. Ziel des Vereins war es, in der damals gerade entstehenden Demokratie der Weimarer Republik einer breiten Bevölkerungsschicht den Zugang zum Theater zu ermöglichen. Besonders Arbeiter wurden angesprochen. Gefördert und unterstützt wurde die Gründung durch den Volksverein für das katholische Deutschland – den heutigen Volksverein. Der hatte sich schon damals auf die Fahnen geschrieben, Menschen in Notsituationen zu helfen. Dazu gehörte auch die Bildung. "Theater wurde damals eindeutig zur Bildung gehörig definiert", sagt Micha. Firmen kauften seinerzeit Theaterkarten vom Bühnenvolksbund, die sie an ihre Arbeiter weitergaben. In Ermangelung eines eigenen Theaterhauses in Mönchengladbach wurden die Vorstellungen zunächst in wechselnden Sälen und dann in den 1950er-Jahren bis zum Bau des Theaters an der Hindenburgstraße in der Kaiser-Friedrich-Halle gegeben.

Rund 1000 Mitglieder hat die Theatergemeinde derzeit. Der Vereinszweck ist im Wesentlichen noch derselbe wie bei seiner Gründung. Allerdings haben sich die Rahmenbedingungen verändert. Nicht mehr die Arbeiter der Mönchengladbacher Industrie sind eine der Hauptzielgruppen der Theatergemeinde. Heute kümmert sich der Verein auch sehr darum, Kinder und Jugendliche für das Theater zu begeistern.

"Vor vielen Jahren haben wir uns von Köln zum Schultheaterfestival inspirieren lassen", erzählt Matthias Forst, zweiter Vorsitzender der Theatergemeinde. Seine Frau Erika Forst organisiert das Festival, das alle zwei Jahre stattfindet und an dem Theatergruppen aller Schulformen teilnehmen. Vier Tage gehört das Theater den Schülern und Lehrern, unterstützt werden sie bei ihren Aufführungen von den Technikern und Bühnenarbeitern des Theaters.

Neben der Bildung hat das Festival auch eine integrative Wirkung. Denn nicht nur Grundschüler treten mit ihren Aufführungen gleichberechtigt neben Oberstufen-Theatermachern auf. Auch Förderschulen zeigen, zu welchen Leistungen behinderte Schüler fähig sind.

(gam)