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Mönchengladbach: Gehrt-Inszenierung feiert Premiere in Israel

Mönchengladbach : Gehrt-Inszenierung feiert Premiere in Israel

Seit ein paar Wochen ist ein kleines Appartement im Zentrum von Tel Aviv das zweite Zuhause von Schauspieldirektor Matthias Gehrt. Der Regisseur erarbeitet auf Einladung des israelischen Goethe-Instituts am Tmuna Theater mit fünf Schauspielern "Draußen vor der Tür". Das Stück von Wolfgang Borchert, das die Geschichte eines traumatisierten Soldaten erzählt, wurde in Israel bisher noch nie gespielt und musste zunächst ins Hebräische übersetzt werden. Für gestern Abend war die Premiere angesetzt.

"Bevor wir mit den szenischen Proben beginnen konnten, haben wir einige Tage nur am Tisch gearbeitet und vor allem das Stück diskutiert. Ich musste den Schauspielern die Welt, in die Beckmann aus dem Zweiten Weltkrieg heimkehrt, erst erklären, denn manche Aspekte unserer deutschen Vergangenheit sind in Israel weitgehend unbekannt", sagt Gehrt. "Es ist auch naheliegend, dass beim Blick auf den deutschen Faschismus in Israel vor allem der Holocaust im Vordergrund steht. Als ich den Schauspielern Bilder vom völlig zerbombten Nachkriegs-Hamburg gezeigt habe, waren sie zunächst sprachlos. Die Folgen des von Deutschland entfesselten Krieges für deutsche Städte und deutsche Familien sind hier nicht im allgemeinen Bewusstsein."

Das Tmuna Theater, eine ehemalige Autowerkstatt, ist das Zentrum des israelischen Off-Theaters. "Die Arbeitsbedingungen sind komplett anders als bei uns", berichtet Gehrt, dessen Inszenierung von "Kein schöner Land" im Dezember 2016 beim 8. Internationalen Hanoch Levin Festival am Cameri Theater in Tel Aviv gezeigt wurde. Geprobt wird sieben Tage die Woche zwischen 10 und 22 Uhr. Die Arbeitssprache ist Englisch, gespielt wird in Hebräisch. Eine Probebühne gibt es nicht, das "Draußen"-Team wechselt zwischen den drei Spielorten des Theaters, je nachdem, welcher frei ist.

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Die israelische Version von "Draußen vor der Tür" wird konzeptionell seiner Inszenierung am Gemeinschaftstheater ähneln. Sogar die Materialien für die Beregnungsanlage, aus der 1500 Liter Wasser auf die Bühne gesprüht werden, um den Effekt von feinem Dauerregen zu erzeugen, hat Gehrt mit nach Tel Aviv genommen. Das Stück soll zwischen 25 und 40 Mal am Tmuna Theater gespielt werden, je nach Nachfrage.

(RP)