Mönchengladbach: Gegen jede Form von Extremismus

Mönchengladbach: Gegen jede Form von Extremismus

Der Bildungs- und Kulturverein Irfan zeigt in seinen Räumlichkeiten eine Ausstellung zum Thema Demokratie und Rechtsextremismus. Drumherum gibt es ein Rahmenprogramm, das die ganze Bandbreite des Engagements abdeckt.

"Wir sind gegen jede Form von Extremismus", betont Ali Kalayci, Vorsitzender des Bildungs- und Kulturvereins Irfan. "Uns ist es wichtig, dass die Menschen sich hier treffen können, sich kennenlernen, miteinander sprechen und so Vorurteile abbauen." Deshalb stehen die Räume des Bildungs- und Kulturvereins an der Alleestraße für vielfältige Aktivitäten zur Verfügung: Deutschkurse für Flüchtlinge, Ernährungsberatung oder Erste-Hilfe-Schulungen, Workshops oder Vorträge. Eine Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema "Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen" erweitert dieses Angebot jetzt um den politischen Aspekt.

15 Schautafeln führen informativ in das Thema Rechtsextremismus ein. "Ein Anliegen der Ausstellung besteht darin, die Gefahr aufzuzeigen, die von Neonazis für ein friedliches Zusammenleben in einer modernen multikulturellen Gesellschaft ausgeht", erklärt Jan Maximilian Gerlach von der Friedrich-Ebert-Stiftung. Es geht um das rechtsextreme Weltbild, um Stammtischparolen und wie man damit umgehen kann.

"Informationen sind sehr wichtig, um friedlich seine Meinung zu vertreten", ist Ali Kalayci überzeugt. "Rechtsextremismus ist einfach, Demokratie unglaublich schwierig", meint Bürgermeister Ulrich Elsen, der zur Ausstellungseröffnung gekommen ist. "Demokratie heißt ja auch, Andersartigkeit zu respektieren." Imam Ahmed Numan Calkikum betont, dass die Unterschiede zwischen Menschen in erster Linie äußerlicher Natur seien. Rassismus sei unislamisch, stellt er mit Blick auf verschiedene Koranstellen fest. Rings um die Ausstellung hat der Kulturverein zusammen mit seinem Kooperationspartner, der evangelischen Philippus-Akademie, ein Rahmenprogramm zusammengestellt, das die ganze Bandbreite des Engagements abdeckt: Es gibt Workshops zum Thema Rechtsextremismus gemeinsam mit der Arbeitsstelle für interkulturelle Bildung und Integration (ABI), zur Gewalt gegen Geflüchtete oder zum Themenbereich Stammtischparolen. Ein Projekttag zum Thema Krieg, Flucht, Hunger und Vertreibung wendet sich an Jugendliche. Am "Tag der Offenen Moschee" am 3. Oktober wird die neue Moschee an der Alleestraße für Besucher geöffnet. Zwei Tage später referiert Willi Schinken, Kontaktbeamter für muslimische Institutionen bei der Polizei, über Extremismus und islamistischen Terrorismus. Das Projekt "Frauen stärken Frauen", bei dem Polizistinnen einfache Selbstverteidigungstechniken vermitteln, wird vorgestellt. Und auch einen Workshop zur interkulturellen Sensibilisierung gibt es.

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Irfan sieht sich als humanitäre Einrichtung. "Religion und politische Überzeugungen bleiben Privatsache", erklärt Martina Gehler, Ehrenamtskoordinatorin des Vereins. 70 Prozent der Mitglieder seien türkischer, 30 Prozent kurdischer Herkunft, bei den Ehrenamtlern und Flüchtlingen wird es ganz kunterbunt und international. 140 ehrenamtliche Mitarbeiter sind aktiv, in den letzten Monaten wurde besonders die Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Soziale Arbeit der Hochschule Niederrhein verstärkt. Und noch mehr Vernetzung ist geplant: Zwei afrikanische Vereine werden ebenfalls in die Räumlichkeiten an der Alleestraße 68 ziehen.

Die Ausstellung "Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen" ist noch bis zum 10. Oktober zu sehen. Das Rahmenprogramm findet sich auch auf der Webseite irfan-imp.de.

(RP)
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