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Mönchengladbach: Geduldsproben in der Kfz-Zulassungsstelle

Mönchengladbach : Geduldsproben in der Kfz-Zulassungsstelle

Wer in Mönchengladbach sein Auto an-, ab- oder ummelden möchte, braucht Nervenstärke. Denn zwei Stunden Wartezeit und mehr sind keine Seltenheit. Viele Privatkunden müssen sich vorsorglich gleich einen freien Tag nehmen, um in der Kfz-Zulassungsstelle auszuharren.

Als Michael Dörfel am vergangenen Dienstag sein neues Motorrad anmelden wollte, wartete er satte dreieinhalb Stunden. Er hatte die Nummer 198 gezogen und war an diesem Tag noch lange nicht der letzte Kunde. Kurz vor 16 Uhr kam er endlich an die Reihe. Und dabei war er heilfroh, dass er noch bedient wurde. Denn eigentlich hätten die Mitarbeiter der Dienststelle schon um 15 Uhr Feierabend gehabt. Auch wenn Michael Dörfel nach eigenen Angaben freundlich bedient wurde, fragt er sich schon, wer eigentlich die Wartezeit der vielen Besucher bezahlt. Krankheitsfälle und Einbruch

Kristina Dünner hat es noch schlimmer angetroffen. Sie hatte sich am vergangenen Freitag freigenommen, um ihr Auto umzumelden. Die Rechtsreferendarin wartete geschlagene vier Stunden, um dann von einer genervten Mitarbeiterin mitgeteilt zu bekommen, dass sie die EBV-Nummer ihrer Versicherung vergessen habe. Dabei hatte sich Kristina Dünner vorher auf der Internetseite der Zulassungsstelle informiert, was sie mitbringen muss.

Außerdem erfuhr sie später, dass sie die benötigte Nummer noch am Sachbearbeiterplatz telefonisch hätte erfragen können. Doch diese wichtige Information habe ihr die Mitarbeiterin in der Kfz-Stelle vorenthalten. Am Freitag, dem Brückentag, haben 285 Besucher ihr Fahrzeug an- oder abgemeldet. "An normalen Tagen sind es im Schnitt 130 bis 150", sagt der zuständige Dezernent Peter Holzenleuchter. Die Wartezeit an diesem Tag sei ungewöhnlich hoch gewesen, räumt er ein.

Dazu beigetragen habe aber auch ein vorangegangener Einbruchsversuch in die Kfz-Stelle. "Die Mitarbeiter kamen zunächst nicht an wichtige Dokumente im Tresor", sagt Holzenleuchter. Aber es gibt noch weitere Gründe: Wegen Krankheit und Urlaub war an diesem Tag nur die Hälfte der Mitarbeiter im Einsatz, wie Stadtsprecher Walter Schröders erklärt. Die, die im Dienst waren, mussten bis 15.40 Uhr arbeiten. Eigentlich wäre um 11.30 Uhr Schluss gewesen.

Peter Holzenleuchter glaubt, dass sich die Lage in der Zulassungsstelle bald entspannen wird. "Durch die Zusammenlegung mit der Führerscheinstelle wird es Synergieeffekte geben", versichert er. Auch wenn er zugibt, dass die Personaldecke dünn ist, und es aufgrund der Haushaltslage wohl keine Neueinstellungen geben werde.