Mönchengladbach: Gebühren steigen moderat - bis auf Müll

Mönchengladbach: Gebühren steigen moderat - bis auf Müll

Die GEM muss 2018 mehr Personal bei der Restmüllentsorgung einsetzen: Das treibt die Abfallgebühren in die Höhe. Andere Abgaben steigen moderat, die für Bestattungen fallen sogar. Und die NEW senkt die Gaspreise - teilweise.

Wenn ein Jahr endet und ein neues beginnt, geht der Blick auf die Gebührenbescheide, und viele stellen sich die bange Frage: Mit welchen zusätzlichen Kosten wird mein Privathaushalt belastet? In den letzten Sitzungen hat der Stadtrat neue Satzungen verabschiedet. Dazu hat die NEW Energiepreise neu justiert. Insgesamt betrachtet wird 2018 moderat an der Gebührenschraube gedreht - mit der Ausnahme bei der Restmüllentsorgung. Das sind die größten Veränderungen:

Müllgebühren In den vergangenen Monaten diskutierten Politiker und Bürger über die Rolltonnen. Sie kommen - aber erst 2019. Dann soll es auch preiswerter werden. Vorher, 2018, wird aber erst einmal ein Schüppchen draufgelegt. Die Mags-Tochter GEM begründet dies mit den Auflagen, die ihr die Berufsgenossenschaft gemacht hat, weil die Müllwerker entlastet werden müssen. Das bedeutet: Es müsse zusätzliches Personal eingesetzt werden. Und das treibe die Kosten nach oben. Fakt ist: Bei allen drei Restmüllgefäßen werden bei den Gebühren jeweils sieben Prozentpunkte aufgeschlagen. Die Entsorgung der 25-Liter-Tonne kostet im kommenden Jahr 161,77 Euro (jetzt 151,48 Euro), der 35-Liter-Tonne 226,48 Euro (212,07) und der 50-Liter-Tonne 323,54 Euro (302,96).

Friedhofsgebühren Der Spruch wird oft gebraucht, auch wenn er etwas makaber ist: Das Sterben wird teurer - in Mönchengladbach im kommenden Jahr allerdings billiger. Das wird vor allem deshalb möglich, weil überdimensionierte Friedhofsflächen neu aufgeteilt werden, besonders Erweiterungsflächen in Hardt und auf dem Hauptfriedhof fallen weg. Was bisher für den Friedhof vorgehalten wurde, wird bald Park. Und damit werden Kosten umgeschichtet. Dazu gibt es andere Bestattungsformen. Die Stadt - hier ihre Tochter Mags - musste so handeln, weil ihr "Kunden wegliefen" und ihre Angehörigen anders und anderswo bestatten ließen. Die Gebühren zum Erwerb von Gräbern sinken für alle Grabarten. Zwei Beispiele: Zahlte man in diesem Jahr 1620 Euro für eine Sarggrabstätte für 25 Jahre, werden es 2018 dann 1502 Euro sein. Und bei einem Urnenbegräbnis auf einer Zweier-Urnengrabstätte werden statt jetzt 1560 Euro (25 Jahre) künftig 982 Euro (25) oder 501 Euro (12) fällig.

Abwassergebühren steigen, für Bürger mehr als für Firmen. Foto: L. Hammer
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Straßenreinigung Eine gute und eine schlechtere Nachricht, die aber beide keine großen Folgen auf den Geldbeutel haben. Die Straßenreinigung wird teurer (um 1,78 %), die Winterwartung billiger (- 5,48 %). Bei unseren warmen Wintern gibt es allerdings auch nicht mehr viel zu warten. Für Familie Mustermann, die ein Haus mit einer 15-Meter-Straßenfront hat, bedeutet dies ganz konkret: Sie zahlt 2018 für die Straßenreinigung 111,30 Euro (jetzt 109,35) und 10,35 Euro für die Winterwartung (10,95). Macht insgesamt Mehrkosten von 1,35 Euro aus.

Abwassergebühren Sie steigen - für den Bürger etwas mehr als für große Unternehmen, weil diese oft Niersverbands-Mitglieder sind. Die "normalen" Gladbacher zahlen für einen Kubikmeter Schmutzwasser 2018 exakt 0,11 Euro mehr (dann 3,42 Euro). Beim Regenwasser ist es ein Plus je angefangenem Quadratmeter bebauter und befestigter Grundstücksfläche von 0,06 Euro (1,81).

Friedhofsgebühren sinken. Foto: Tinter

Energiekosten Gute Nachricht von der NEW. Der Versorger senkt die Gaspreise zum 1. Januar. Der Grund: Es gibt Preisnachlässe bei den Netzentgelten, die die NEW an ihre Kunden weiterreicht. Diese reduzierten Gaspreise gelten nur für Kunden mit einem Sondertarif und für diejenigen, die in der Grundversorgung sind. Ausgeschlossen sind die Online-Tarife, weil hier - so die NEW - die Preisbildung eine andere ist. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden ergibt sich bei einem Sondertarif wie zum Beispiel NEWgas plus eine Ersparnis von rund 38 Euro jährlich. Die Strompreise hält die NEW im kommenden Jahr stabil.

(biber)