Public Viewing in Mönchengladbach: Gastronomen: Beste Stimmung seit 20 Jahren

Public Viewing in Mönchengladbach : Gastronomen: Beste Stimmung seit 20 Jahren

Rund 6000 Gladbacher verfolgten den WM-Sieg der Deutschen am Sonntagabend auf den drei größten Public-Viewing-Veranstaltungen auf dem Horst-Festival, am Flughafen und am Schloss Rheydt. Die Gastronomen ziehe eine positive Bilanz.

Hochzufrieden mit dem WM-Finale zeigt sich Frajo Kromeich, der das Public Viewing am Flughafen Düsseldorf-Mönchengladbach organisierte. "Bei uns fand am Sonntagabend die mit Abstand geilste Party der Stadt statt. So was hat Mönchengladbach noch nie gesehen", zeigt sich Kromeich euphorisch. Unter den 3000 Menschen, die das Gelände maximal auslasteten, wurden 800 Trommeln verteilt, "die Stimmung machten". Bereits dreieinhalb Stunden vor Anpfiff strömten die ersten Fans zum Flughafen — und verhielten sich den Abend über friedlich. "Da wir außerhalb der Stadt liegen, sind wir Auseinandersetzungen mit Anwohnern wegen Ruhestörungen aus dem Weg gegangen", sagte Kromeich.

Die Party im Flughafen ging nach Spielende noch bis weit in die Nacht hinein —und nach den anschließenden Aufräumarbeiten war der Betreiber erst in den frühen Morgenstunden zu Hause. Dass er das Public Viewing im Flughafen 2016 zur Europameisterschaft wiederholen möchte, steht für ihn schon jetzt fest. "Natürlich müssen wir uns einige Fehler eingestehen. Aber ganz nach dem Grundsatz ,learning by doing‘ wollen wir auch 2016 wieder Public Viewing anbieten". Konkrete Überlegungen dazu liefen bereits, wie Kromeich bestätigte.

Auch die "Copa Horst", eine gemeinsame Veranstaltung vom Warsteiner Hockeypark und dem Horst-Festival, zog zur WM Tausende Gladbacher an. Wie Eventmanager Oliver Leonards erklärte, kamen zu den ersten Spielen 600 bis 800 Besucher ins Zelt im Hockeypark. Zum Viertelfinale gegen Frankreich zog das Rudelgucken dann auf die Konzertbühne um. Das Konzertgelände bietet Platz für etwa 3000 Zuschauer. 1000 Gladbacher nahmen das Angebot laut Leonards an. Zum WM-Finale am Sonntag wurde die "Copa Horst" dann auf das Horst-Festival auf dem Platz der Republik verlegt. Wie viele Besucher das Rudelgucken in der Nähe des Bahnhofs lockte, konnten die Veranstalter bisher nicht sagen.

Das Alte Kolpinghaus in der Innenstadt zog vor allem jüngeres Publikum an. Rund 3.500 Besucher fieberten dort Spiel für Spiel für die deutsche Nationalelf mit. Geöffnet hatte der Club am Sonntag ab Mittag, einen Schub an Fans gab es dann am Abend gegen 18.30 Uhr. Gegen 00.30 Uhr in der Nacht schloss das Kolpinghaus seine Pforten — nach einem durchweg friedlichen Fußballabend, wie Leonards, der auch für dieses Event zuständig war, sagte.

Ein volles Haus hatte am Sonntagabend auch Uwe Schmitz, Inhaber des Lokals "Graefen + König" am Alten Markt. Foto: David Grzeschik

Nicht vergleichbar mit früheren Weltmeisterschaften

Ein volles Haus hatte am Sonntagabend auch Uwe Schmitz, Inhaber des Lokals "Graefen + König". Sein Team und er bewirteten am Finalabend rund 400 Gäste. "14 Kellner waren gleichzeitig im Einsatz und die Leute standen wirklich auf den Zentimeter gedrängt im Lokal", erklärt Schmitz. Das Wetter spielte zwar nicht volle 120 Minuten mit, verscheuchte die Fans aber keineswegs. Sein Lokal bot zwei Leinwände und vier Fernseher. Derart euphorisch wie am Sonntagabend hat er seine Gäste bislang selten erlebt. "Ich betreibe das Lokal hier seit 20 Jahren. Aber die Stimmung, die am Sonntag herrschte, war nicht vergleichbar mit anderen Fußballabenden — auch nicht mit früheren Weltmeisterschaften", so Schmitz. Dienstschluss für Schmitz und sein Team war Sonntagnacht gegen halb drei.

"Wir haben Public Viewing in diesem Jahr zum dritten Mal veranstaltet und es lief die ganze Weltmeisterschaft über super gut für uns", schwärmt Gabriele Niemöller vom Theater im Gründungshaus. Besonders am Finalabend war der Theatersaal "randvoll". Ihr Besucherklientel beschränkte sich dabei nicht auf bestimmte Schichten oder Altersklasse, sondern zeichnete sich durch eine bunte Mischung aus — "ob im Bistro oder in der Nordkurve des Theaters — irgendwo war für jeden das richtige dabei", erklärt Niemöller ihr Konzept. Aus ihrer Sicht spricht nichts gegen eine Wiederholung des Angebots im TIG bei kommenden Fußball-Turnieren.

(RP)
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