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Fußball-EM 2024: Enges Rennen zwischen Mönchengladbach und Düsseldorf

Fußball-EM in Mönchengladbach : Die Stadionfrage ist vor allem Politik

Bei der Vergabe möglicher Spielorte für die Fußball-Europameisterschaft 2024 läuft es in Nordrhein-Westfalen auf ein Duell zwischen Mönchengladbach und Düsseldorf hinaus.

Mönchengladbach war auf dem 13. bis 15. Platz gelandet. Was bei Borussia zu jener Zeit für Erleichterung sorgte, solange es sich um die Bundesligatabelle handelte, verärgerte am 15. April 2002 die Verantwortlichen der Stadt. In Dresden waren die zwölf Stadien für die Weltmeisterschaft 2006 bekanntgegeben worden, und Mönchengladbach war leer ausgegangen. "Wir respektieren die Entscheidung, auch wenn sie aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar ist", zeigte sich die damalige Oberbürgermeisterin Monika Bartsch noch diplomatisch. Deutlich enttäuschter kommentierte Wirtschaftsförderungschef Ulrich Schückhaus: "Man muss sich über die Entscheidung wundern. Sie basiert nicht auf Fußballsachverstand, sondern auf politischem Proporz."

Unter den drei Verlierern der Vergabe - auch Bremen und Düsseldorf wurden nicht berücksichtigt - herrschte eine miese Stimmung. Alle bedachte der DFB zwar mit kleinen Geschenken der Wiedergutmachung, so fand das letzte Testspiel vor der WM 2006 gegen Kolumbien im Borussia-Park statt. Doch beim Jahrhundertereignis - wie auch immer Deutschland sich den Zuschlag gesichert hatte - mussten sie zusehen.

Nun ist selbst eine Fußball-Europameisterschaft eines der größten Sportereignisse der Welt. Mönchengladbach wittert mit Blick auf das Turnier 2024 seine Chance, schließlich ist der Borussia-Park eines von 15 deutschen Stadien mit einem Fassungsvermögen bei internationalen Spielen von mehr als 40.000 Zuschauern. Zehn Standorte dürften den Zuschlag erhalten, wenn die EM nach Deutschland kommt. Das Münchner Olympiastadion ist raus aus dem Fußballbetrieb, dafür ist das Bremer Weserstadion mit 37.000 Sitzplätzen ein Kandidat.

An den Millionenstädten München, Berlin und Hamburg führt kein Weg vorbei. In Frankfurt sitzt der DFB, in Stuttgart Sponsor Mercedes-Benz, in der Nähe von Nürnberg Ausrüster Adidas, und Leipzig wäre als Ost-Standort sicher auch gesetzt. Zudem würde DFB-Präsident Reinhard Grindel seinen niedersächsischen Heimatverband (Hannover) wohl nicht übergehen. Das meinte Schückhaus vor 15 Jahren mit "politischem Proporz".

Somit blieben noch drei Plätze, mit denen NRW - wie bei der WM 1974, der EM 1988 und der WM 2006 - bedacht werden dürfte. Immer dabei war Gelsenkirchen, je zweimal erhielten Dortmund, Düsseldorf und Köln den Zuschlag. Wenn es nicht wie 2006 das Trio Dortmund, Gelsenkirchen und Köln wird, läuft es auf ein Duell zwischen Düsseldorf und Mönchengladbach hinaus. Die Stadien sind vergleichbar gut geeignet, aber die Infrastruktur ist in Düsseldorf deutlich besser, ausländische Fans würden größtenteils dort landen, die Hotelsituation birgt sowieso Vorteile für die Landeshauptstadt.

Dagegen wuchert Mönchengladbach vor allem mit dem Namen seines Fußballvereins, dem die Champions League und die Europa League in den vergangenen Jahren zu einem internationalen Aufschwung verholfen haben. Es würde spannend werden - und äußerst eng.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese NRW-Stadien haben den Zuschlag für die EM 2024 bekommen

(RP)