Mönchengladbach: Fusion: Bettrather sind sauer

Mönchengladbach : Fusion: Bettrather sind sauer

Bei der Informationsveranstaltung zur Fusion der drei Kirchen in Neuwerk, Bettrath und Uedding zur neuen Großgemeinde Maria von den Aposteln Neuwerk beschäftigten sich die rund 150 Gäste vor allem mit der Nichtberücksichtigung der Bettrather Kirche.

Walter Schäppi wählte diese Worte zu Beginn ganz bewusst. "Bitte stellen sie nur sachbezogene Fragen zur Fusion", sagte der Geschäftsführende Vorsitzende des Kirchengemeindeverbandes (KGV) Neuwerk. Doch es wurde schnell deutlich, dass die rund 150 Gemeinde-Mitglieder nicht zur Informationsveranstaltung ins Pfarr-Jugendheim in Uedding gekommen waren, um sich über die Fusion der drei Pfarren St. Mariä Himmelfahrt Neuwerk, Herz Jesu Bettrath und St. Pius X. Uedding zu informieren. Der Zusammenschluss zur Großpfarre Maria von den Aposteln Neuwerk zum 1. Januar 2013 war grundsätzlich positiv aufgenommen worden.

Zwei andere Entscheidungen hatten jedoch für Aufruhr in Neuwerk gesorgt: der Wegfall der heiligen Messe am Sonntagmorgen in Uedding — und vor allem die Nichtberücksichtigung der Bettrather Herz-Jesu-Kirche bei der Frage nach der Pfarrkirche der neuen Pfarrei. Bischoff Dr. Heinrich Mussinghoff hatte Mitte Mai entschieden, dass die Neuwerker Kirche St. Mariä Himmelfahrt diesen Status erhält.

"Der Bischof hat so entschieden"

"Mit dieser Entscheidung wurde viel Zwietracht gesät und über den eigentlichen Wunsch der Bürger einfach hinweggegangen", lautete die Anklage der zahlreich erschienen Bettrather. Ihnen gegenüber saßen Schäppi, Regionaldekan Ulrich Clancett und Bernd Wolters vom Generalvikariat in Aachen. "Nach den Beschlüssen aller Gremien gab es in der Frage der neuen Pfarrkirche eine Pattsituation, und dann hat der Bischof eben so entschieden", erklärte Wolters.

Für viele Gemeindemitglieder blieb dies eine unbefriedigende Aussage, hatten doch zwei der drei Kirchenvorstände, Bettrath und Uedding, für die Bettrather Kirche gestimmt. Die Bürger fürchten nun, auf Dauer könne deswegen die Herz Jesu-Kirche von der Schließung bedroht sein. Zudem müssen sich die Kirchen der Gemeinde ab der nächsten Woche im Rahmen des Kirchlischen Immobilien-Managements einer Gebäudeerhebung unterziehen. "Dieses Verfahren läuft aber völlig unabhängig von der Fusion", betonte Clancett. Das gelte auch für die Entscheidung, derzeit die heilige Messe in Uedding am Samstagabend zu halten.

Clancett und Wolters appellierten zum Schluss an die Mitglieder, "über den eigenen Kirchturm hinweg zu schauen." "Die Gemeinschaft der Gemeinden in Neuwerk hatte immer eine Vorreiterrolle, weil es schon lange eine enge Zusammenarbeit gab. Es ist wichtig, dass jene jetzt unterstützt werden, die in den Gremien derzeit sicher keinen einfachen Job haben", sagte Wolters. "Ich wünsche mir, dass die Energie, die in den drei Pfarreien existiert, gebündelt wird und, dass es nicht zum Kampf gegeneinander kommt. Denn dann gibt es nur Verlierer", fügte Clancett hinzu. Am Ende der zweistündigen Veranstaltung sprachen alle ein Gebet zur Schutzpatronin der Pfarrei Maria von den Aposteln.

(togr)