1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Fünf Jahre Haft für Spielhallen-Räuber

Mönchengladbach : Fünf Jahre Haft für Spielhallen-Räuber

Wegen schwerer räuberischer Erpressung in neun Fällen hat die Erste Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts gestern einen Wegberger (25)zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Außerdem muss sich der spiel-und opiatsüchtige Angeklagte in einer Entziehungsanstalt behandeln lassen. Am Ende akzeptierte der 25-Jährige, der bisher noch nie aufgefallen war, das Urteil.

Bereits zu Prozessbeginn hatte der Angeklagte ohne Wenn und Aber zugegeben, im vergangenen Jahr insgesamt neun Spielhallen in Mönchengladbach,Wegberg, Wassenberg, Heinsberg und Hückelhoven überfallen zu haben. Dabei hatte der spiel-und opiatsüchtige Student 15 135 Euro erbeutet. Vermummt und maskiert betrat er die Spielhallen, fuchtelte mit einer ungeladenen Luftpistole und verlangte Geld. Dabei reagierte der 25-Jährige ungewöhnlich ruhig und versuchte offensichtlich, die Opfer nicht zu verängstigen. "Ich will kein Blut, ich will nur das Geld", hatte er den Angestellten in den Spielhallen erklärt.

Bereits als 18-Jähriger hatte er tage-und nächtelang vor den Spielautomaten gesessen. Insgesamt habe er in den letzten Jahren beim Spielen etwa 50 000 Euro verloren. In der Vergangenheit habe der "intelligente Junge" alles richtig gemacht, so der psychiatrische Sachverständige. Nach einer Ausbildung zum Kaufmann hatte er die Fachhochschulreife erworben und in Krefeld ein Studium angefangen. "Aber inzwischen hielt ich mich mehr vor den Spielautomaten als in der Fachhochschule auf", gab der Angeklagte im Gerichtssaal ohne weiteres zu. "Das ganze Geld, was ich hatte, floss in die Spielhallen", so der Wegberger. Bekam er von der Familie kein Geld, nahm er es sich. Gestern entschuldigte er sich noch einmal bei den Opfern und bei seiner Familie.

Vor drei Jahren begann der Wegberger, verschreibungspflichtige Schmerzmittel zu konsumieren. Deshalb attestierte ihm der psychiatrische Gutachter Spiel-und Opiatsucht. Der 25-Jährige sei in seiner Steuerungsfähigkeit eingeschränkt gewesen, sagte er. Das berücksichtigten die Mönchengladbacher Richter bei ihrer Urteilsfindung. Die Staatsanwältin hatte in ihrem Plädoyer eine Haftstrafe von fünf Jahren und neun Monaten gefordert. Doch am Ende blieb es bei der fünfjährigen Freiheitsstrafe für den Wegberger.

(RP/rl)