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Mönchengladbach: Fünf Jahre Haft für Messerstecher

Mönchengladbach : Fünf Jahre Haft für Messerstecher

Der 26-jährige Mönchengladbacher reagierte gefasst, als ihn die 7. Große Strafkammer am Dienstag wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilte.

Außerdem wird der heroinsüchtige Angeklagte in einer Entziehungsanstalt untergebracht. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte am 11. Februar in Rheydt einen 40-Jährigen wegen eines Streits um ein Handyladegerät niedergestochen hatte.

In der Urteilsbegründung erklärte der Kammervorsitzende Lothar Beckers: "Das Opfer hatte Todesangst, als der Angeklagte mit einem zweischneidigen Messer mit großer Wucht zustach."

Der 40-Jährige erlitt damals eine lebensgefährliche Verletzung, nicht weit vom Herzen. Eine Rippe des Mannes wurde glatt durchtrennt und die Leber verletzt. Ohne sofortige Hilfe wäre das Opfer verblutet. Der Angeklagte hatte die Tat zwar nicht bestritten, aber beteuert, er habe mit dem Messer nur drohen wollen. Das nahm ihm das Gericht nicht ab.

Täter und Opfer waren in der Rheydter Drogenszene aufeinander getroffen. Am Tag zuvor hatte der 40-Jährige vom Angeklagten ein Handy gekauft — ohne Ladegerät. Am Tattag forderte der Käufer das Gerät. Der Angeklagte reagierte unwirsch, warf schließlich das Gerät dem Käufer vor die Füße .

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Das Opfer machte einen Schritt nach vorn, der 26-Jährige stach zu. Der Messerstecher lief weg und warf das Messer in ein Gebüsch. Dessen Erklärung, das Opfer habe einen Hechtsprung nach vorn gemacht, und von der Bauchverletzung habe er nichts gemerkt, wurde vom Gericht nicht akzeptiert.

"Er hat den Tod des Opfers billigend in Kauf genommen", sagte Richter Beckers. Der drogensüchtige und emotional instabile Angeklagte habe vermindert schuldfähig gehandelt. Er müsse in einer Therapieanstalt behandelt werden.

(RP)