"Frühjahrsputz" in Mönchengladbach: Helfer finden 13 Tonnen wilden Müll

"Frühjahrsputz" in Mönchengladbach: Helfer finden 13 Tonnen wilden Müll

Rund 2200 Bürger hatten sich für den 22. Frühjahrsputz in Mönchengladbach angemeldet. Sie fanden viel wilden Müll - zu viel.

Leise, aber doch beständig rieseln die Schneeflocken an diesem Samstagmorgen über der Honschaft Mennrath herab, während Uwe Küsters, Ralf Vieregge und Ferdi Thelen Müllsäcke und Zangen auf den Anhänger eines Kettcars laden. Das Gefährt von Küsters' Sohn Max wird zur diesjährigen Frühjahrsputz-Aktion von Rheinischer Post, GEM und Stadtsparkasse kurzerhand zum Müllsammelfahrzeug umfunktioniert. Auch wenn das kalte Wetter eher zum gemütlichen Verweilen auf dem heimischen Sofa einlädt, machen sich in der ganzen Stadt hunderte Menschen auf, um das Stadtbild etwas aufzubessern.

Auch in diesem Jahr war der Frühjahrsputz ein Renner. Rund 2200 ehrenamtliche "Müllwerker" hatten sich für die 22. Auflage der Aktion angemeldet, um an einem Tag die Stadt sauber zu machen: Schulen, Familien, Nachbarschaften, Heimat- und Sportvereine, Politiker, Hundeclubs und zahlreiche Einzelpersonen. Und auch wenn ein eisiger Wind frösteln ließ und der Schnee den wilden Müll an vielen Stellen "versteckte", war der Elan der Helfer ungebrochen.

Ohne sie läuft nichts: Die richtigen Müllwerker von der GEM holten den Müll ab. Foto: Detlef Ilgner

Mehr als 13 Tonnen Abfall wies am Ende des Tages die große GEM-Waage aus, drei Kühlschränke und 26 Altreifen fanden die Frühjahrsputz-Helfer im öffentlichen Grün. Der Volksverein nahm sich der rund 450 Kilo Schrott an, die beim Saubertag gefunden wurden. "Ich bedanke mich bei allen Bürgern, die sich an der Aktion beteiligt haben. Ihr Einsatz für unsere Stadt nötigt uns allen allergrößten Respekt ab", sagt GEM-Betriebsleiter Wilfried Theißen.

Das Lob wird nicht nur die Mitglieder des Mennrather Heimatvereins freuen. Zwar ist die Gruppe wegen des Wetters etwas ausgedünnt - aber trotzdem erfolgreich. Bereits auf den ersten Metern finden die Helfer einiges, was in den Müll und nicht auf den Bürgersteig gehört. "Da vorne liegt Styropor", ruft Küsters. Das Stück Kunststoff kommt in den blauen Sack. Systematisch werden die Straßen von Mennrath abgegangen und vom Abfall befreit. Als Belohnung gibt es nach der Putz-Aktion beim gemeinsamen Treff für jeden Kaffee oder Kakao. Ein Stück weiter in Richtung Rheindahlen sind Mitglieder des Boxer-Clubs aktiv, ebenfalls ausgestattet mit Handschuhen, Zangen und Müllsäcken.

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Unweit des Elisabeth-Krankenhauses krempeln die Teichfrauen vom Katharinenhof, Gerlinde Hölterscheidt, Renate Plonske-Menke und Marlies Winkler, die Ärmel hoch. Das rund 100 Jahre alte Biotop in der Nachbarschaft, das zugeschüttet werden sollte, haben sie gerettet - nun muss das Umfeld gepflegt werden.

Auch das umliegende Waldstück nehmen sich die Damen mit tatkräftiger Unterstützung von anderen Helfern vor. "Wir waren auch schon in den vergangenen Tagen unterwegs. Gefunden haben wir vor allem Verpackungen aus Plastik, aber auch viel Glas", erzählt Winkler. Aus dem Teich haben die Katharinenhof-Helfer eine alte Polsterung gezogen sowie viele große Äste, die im Winter auf die Eisschicht geworfen würden.

In der Gladbacher Altstadt dreht der ehemalige "Altstadt-Sheriff" Josef Vitz unterdessen seine Runden. Mit dabei hat Vitz zum ersten Mal einige Freunde aus dem Bruderrat der Schützen. Sauber gemacht wird rund um die Schützenfeste Dicker Turm. "Wir Bruderschaftler feiern zwar viel, aber anpacken können wir genauso. Daher nehmen wir uns die besonders dreckigen Ecken vor." Vor allem Glasflaschen, die von Altstadt-Besuchern stehen gelassen werden, kommen in den Sack. Die Stimmung unter den Helfern ist prima. "Man tut schließlich etwas Gutes für die Stadt", heißt es.

Etwas Gutes für die Umwelt wollen auch die Mitglieder des Hundesportvereins Bökelberg tun. Bereits zum zehnten Mal beteiligen sich die Herrchen und Frauchen beim gemeinsamen Aufräumen innerhalb des Frühjahrsputzes. Gesucht wird in den Grünanlagen um das Vereinsgelände herum bis hin zum ehemaligen Borussia-Parkplatz. Sogar einen alten Tisch stöbert die Gruppe auf. "Wir gehen hier mit unseren Hunden, deswegen wollen wir es auch schön haben", sagt Angelika Dunker vom Verein.

(dola)