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Mönchengladbach: Freiwillige vor: Die Bufdis sind da

Mönchengladbach : Freiwillige vor: Die Bufdis sind da

Alina Lehnen und David Franken arbeiten im Altenheim. Sie gehören zu den ersten Bundesfreiwilligendienstleistenden in der Stadt. Denn seit Wehr- und Zivildienst weggefallen sind, sollen die Personallücken mit Hilfe des neuen Dienstes und des Freiwilligen Sozialen Jahrs gefüllt werden.

David Franken (18) ist im Altenheim Rheindahlen das Mädchen für Alles — und das sogar freiwillig. Ob Glühbirnen auswechseln, die Kleidung der Hausbewohner zur Reinigung bringen, Kaffee und Kuchen vorbereiten oder an anderer Stelle nach dem Rechten sehen, langweilig wird David nie.

Der ehemalige Gesamtschüler gehört zur ersten Generation der "Bufdis", wie die jungen Leute heißen, die am Bundesfreiwilligendienst (BFD) teilnehmen. Sie ersetzen die Zivildienstleistenden, die es seit Juli, als Wehr- und Zivildienst abgeschafft wurden, nicht mehr gibt. Fest eingeplant hatte David das BFD-Jahr nicht. Er bewarb sich auf Ausbildungsplätze als Schreiner und Mechatroniker, wurde jedoch nicht genommen.

Seit Sommer 2011 wirbt der Bund für den BFD. Freie Kapazitäten durch den wegfallenden Zivildienst sollen wieder aufgefüllt werden, damit es nicht zu Engpässen kommt — etwa in gemeinnützigen Einrichtungen. So fand auch David seinen Platz in der Hausverwaltung und -technik des Altenheims Rheindahlen. Mit dem BFD will er das Jahr bis zum nächsten Ausbildungsstart überbrücken, um eine Lücke im Lebenslauf zu vermeiden und Erfahrungen zu sammeln, die ihn später weiterbringen sollen. Bietet man ihm nächstes Jahr eine Ausbildungsstelle an, kann er das Erlernte in sein neues Leben einbringen.

In Mönchengladbach teilen sich die Sozial-Holding und die Stadt den Aufgabenbereich. Schulen und Kindergärten werden von der Stadtverwaltung betreut, während sich die Sozial-Holding um Altenheime und Pflegeeinrichtungen kümmert. Neben dem BFD gibt es auch weiterhin das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ). Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass man für das FSJ nicht älter als 27 sein darf und auch ins Ausland gehen kann. Der BFD hat keine Altersbeschränkung und ist, wenn man älter als 27 ist, auch in Teilzeit möglich.

Allerdings beschränkt sich der BFD auf Deutschland. Dahinter steckt die Idee, mit dem FSJ jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, neue Erfahrungen zu sammeln, während der BFD zum besonderen gesellschaftlichen Engagement gehört. Beim BFD rechnet man mit einer Abbruchquote von zehn bis 20 Prozent, für die es als Ersatz aber genügend Bewerber gibt. Deshalb wird die Stadt versuchen, langfristig noch mehr Plätze zur Verfügung zu stellen.

Auch Alina Lehnen (20) kümmert sich im Altenheim um die Bewohner — sie absolviert ihr FSJ im Adam-Romboy-Seniorenzentrum an der Sonnenstraße. "Ich wollte immer irgendwas mit Menschen machen und habe meinen Traumberuf in der Altenpflege gefunden", sagt sie. Alinas Tag beginnt um fünf Uhr morgens, doch das hält sie nicht davon ab, den Bewohnern mit Wärme entgegen zu kommen. Das FSJ hält Alina für eine gute Sache, denn ihr persönlich gibt es viel Einblick in den Arbeitsalltag. Sie würde auch nach ihrem Sozialen Jahr gerne weiter im Seniorenzentrum arbeiten und hofft auf eine Übernahme.

(ansc)