Freispruch vor der Großen Strafkammer in Mönchengladbach : Freispruch im Prozess um gemeinschaftlichen schweren Raub

Im Prozess wegen gemeinschaftlichen schweren Raubs in Tateinheit mit schwerer räuberischer Erpressung und vorsätzlicher Körperverletzung erging gestern vor der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts ein Freispruch.

Muuse H. (24) wurde vorgeworfen, gemeinsam mit vier oder fünf weiteren, unbekannten Tätern einen Mann in dessen Wohnung überfallen zu haben.

In der Nacht zum 19. Januar 2016 habe es an der Tür des Mehrfamilienhauses geklopft, sagte das Opfer. Nachdem er geöffnet habe, hätten mehrere Männer ihn in die Wohnung gedrängt. Er habe sich auf den Boden legen müssen und sei von einem der Männer mit einem Messer bedroht worden, während die übrigen seine Wohnung durchsuchten. Die Diebe erbeuteten eine Uhr, ein Lederarmband und einen Schraubenzieher. Dann habe einer der Männer ihm ein Brotmesser aus der Küche an den Hals gehalten und Bargeld gefordert. Daraufhin habe er ihnen rund 400 Euro übergeben.

Das Opfer erlitt bei dem Überfall Hämatome am Arm. Der Angeklagte bestritt seine Beteiligung an der Tat, der Geschädigte will ihn bei einer Lichtbildvorlage erkannt haben. Laut Staatsanwaltschaft erfolgte der Prozess erst nach diesem langen Zeitraum, weil der Angeklagte sich zwischenzeitlich im Ausland aufgehalten habe. Der Geschädigte Robin H. (21) konnte sich in seiner Aussage nicht an viele Details erinnern. Er wisse noch, dass am Tatabend mehrere Personen in seine Wohnung eingedrungen seien. Er solle stillhalten, den genauen Wortlaut könne er jedoch nicht mehr wiedergeben. Bevor die Männer gegangen wären, hätte einer ihn nochmals bedroht und gesagt, er solle nicht zur Polizei gehen. Darüber habe er nachgedacht, habe dann aber trotz der Drohung Anzeige erstattet.

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Die Männer habe er als dunkelhäutig beschrieben. Während des Überfalls sei es in seiner Wohnung dunkel gewesen, da er kein Licht angehabt habe, lediglich der Fernseher habe den Raum erhellt. Bei der Polizei habe er Muuse H. laut Protokoll zu 80 Prozent als einen der Täter identifiziert, gestern konnte er sich an diese Angabe nicht mehr erinnern. Auch an den Angeklagten könne er sich nicht erinnern, erkenne ihn nicht wieder. Staatsanwältin sowie Verteidiger forderten daher Freispruch, das Gericht folgte ihnen.

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