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Mönchengladbach: "Frauen machen verdammt gute Filme"

Mönchengladbach : "Frauen machen verdammt gute Filme"

Begeisterte Zuschauer beim Festival "Die Besten" mit Goldmedaillen-Filmen im Carl-Orff-Saal

Die Inhalte könnten kaum unterschiedlicher sein, und doch gelang es dem Filmklub Objektiv, vier Goldmedaillen-Filme in ihrer Individualität und Qualität kraftvoll wirken zu lassen. Im vollbesetzten Carl-Orff-Saal hieß Vorsitzender Prof. Gerhard Comelli zum vierten Mal deutsche Top-Autoren des Genres mit ihren prämierten Filmen willkommen. Das von ihm als "Edelstein der Musikschule" empfohlene Ensemble Pink Flute stimmte anmutig auf den Festakt ein.

Die im Orchester herrschende Dominanz von Weiblichkeit erkannte Comelli auch bei den prämierten Filmen: Bei vier Filmen ergab sich nach seiner Rechnung eine weibliche Beteiligung von 3,5, da mit Barbara und Hartmut Ibsch ein Ehepaar dabei war. "Wir haben fast ein Frauenfestival. Das hat damit zu tun, dass Frauen verdammt gute Filme machen können", begeisterte sich der Klub-Vorsitzende.

Oberbürgermeister Norbert Bude hatte zum vierten Mal die Schirmherrschaft inne; er war Pate des Reportagefilms " . . . da geht etwas auf". Das Ehepaar Ibsch widmet sich dem Thema Klangschalen und ihrem Einsatz bei der Betreuung alter und dementer Menschen. Ihnen ist ein wunderbarer Film gelungen, der Gesichter in einfühlsam ausgeloteter Nähe einfängt, ohne voyeuristisch zu wirken. Es ist ein Werk, das erzählerische Tiefe besitzt, berührt und handwerklich hervorragend umgesetzt ist.

Darin besteht die Gemeinschaft zu drei weiteren Goldbeiträgen. Gemeinsam ist den Autoren, dass sie ihren Themen Zeit zur Entfaltung geben und dabei in zwölf bis 25 Minuten verblüffend viel zu sagen haben. Das gilt auch für Doris von Restorffs Reportagefilm "Über-Leben in den Tatas im Sombaland". Die pensionierte Gymnasiallehrerin hat ein Faible für Ethnien in entlegenen Gebieten. Als Frau komme man häufig schneller an Menschen heran, erzählte sie im Interview mit Comelli. Sie erhielt von ihrem Paten Ralf Poll, Geschäftsführer der NEW, eines der eigens für die Preisträger entworfenen Windlichter mit Gravur des Filmklubs Objektiv.

In Simone Thernes Naturfilm "Die Erben der Seelilien" erlebten die Besucher famose Unterwasseraufnahmen. Was ist nötig, um diese Qualität zu erreichen?, wurde die Preisträgerin gefragt. Neben einer guten Ausrüstung nannte sie die Fähigkeit, tauchen zu können, und die Bereitschaft, Tiere in ihrem Verhalten kennenzulernen.

Das Finale gehörte der Lokalmatadorin Michaela Pfeiffer, Mitglied im Gladbacher Filmklub Objektiv. Die vielfach preisgekrönte Amateurfilmerin zeigte atemberaubende Eindrücke von Menschen und Landschaft in "Altay – Land unter dem Mond" in der Mongolei. Sie verwöhnt mit Bildern von großer Nähe und berührender Weite.

(anw)