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Kunstprojekt Ein Ahnungsloser Traum: Fragment eines Pools im Jonas-Park

Kunstprojekt Ein Ahnungsloser Traum : Fragment eines Pools im Jonas-Park

Christian Odzuck hat in dem Citywäldchen ein Stück Schwimmbad und das Fragment einer Steinwand aufgestellt. Jeden Freitag wird dort Wasser fließen.

Schweres Gerät brauchte der Düsseldorfer Christian Odzuck, um das Holzgerüst für sein Objekt "The rising of the milky way" auf einer Ebene unterhalb des Gartens von Haus Erholung in einem Waldstück mit hohem Baumbestand zu platzieren. Dort ragt das Objekt, frisch mit weißen Kacheln ausgelegt, mit seinen beiden Rampen und dem Verbindungsboden dazwischen auf. Es hat etwas von einer Halfpipe, einer Skaterrampe. Aber dafür lässt sich das Fragment, das wie aus einem Pool herausgebrochen anmutet, sicher nicht nutzen, meint Odzuck.

Die Landschafts-Installation ist der Beitrag des 34-jährigen, aus Halle (Sachsen-Anhalt) stammenden Künstlers, der an der Kunstakademie Düsseldorf studierte, zu dem Projekt "Ein ahnungsloser Traum vom Park". Das Bemerkenswerte an dem Objekt, zu dem sich das Fragment einer flach auf den Boden gelegten Kellermauer gesellt, das Odzuck von einem Düsseldorfer Abbruchunternehmer per Kranwagen hertransportieren ließ, ist die scheinbar fehlende Korrespondenz mit der Umgegend. Doch Odzuck weiß — davon hat ihm Museumsdirektorin Susanne Titz berichtet: "Es gibt einen in den 1980er-Jahren entstandenen Gestaltungsplan, in dem hier eine Brunnenanlage und ein paar Schritte weiter eine Art Grotte eingezeichnet ist", erzählt Odzuck. Nicht weit entfernt, auf der anderen Straßenseite hinter VHS und Musikschule, stand das alte Stadtbad, das einem Brand zum Opfer fiel. Und noch näher lag das aufgelassene Schwimmbad am Berliner Platz.

Insofern hat der ehemalige Meisterschüler von Rita McBride, Hubert Kiecol und David Rabinowitch einen konkreten Beitrag zum "Traum"-Projekt des Museums und des Kurators Markus Ambach geleistet. Dazu gehört wesentlich das Element Wasser. Und so wurde ein Hydrant samt Feuerwehrspritze beschafft, der dafür sorgt, dass in das Bassin Wasser gelangt. "An jedem Freitag, 17 Uhr, wird die Wasserzufuhr am Hydranten jeweils für eine Stunde angeschaltet", informiert Christian Odzuck. Im verhalten beginnenden Sommer liefert das Objekt aus der Wasserfontäne also willkommene Abkühlung. Wer wird den Schlauch auf das Becken richten? Odzuck: "Wir haben die Jugendlichen im Jugendzentrum Jukomm gefragt — sie sind bereit, die Verantwortung für die Bewässerung zu übernehmen", sagt der Künstler. Da ist der Spaßfaktor für die jungen Leute inklusive, versteht sich.

Wer nur zuschauen möchte, kann auf dem Ruinenstück aus Backstein Platz nehmen. Projektleiter Ambach erklärt: "Wo die offene Andeutung von Brunnen und Bassin auf klassische Parknutzungen reflektiert, verweist der offene Hydrant, der als Wasserspender dient, auf die spielerische Nutzung öffentlichen Raums und dessen Rückaneignung durch informelle Praktiken der Stadtbewohner." Kurz: Hier gibt's willkommene Abkühlung bei Hitze.

(RP/ac)