Mönchengladbach: Fohlen Jünter demonstriert Gefahren des Abbiegens

Mönchengladbach : Fohlen Jünter demonstriert Gefahren des Abbiegens

Für die Aktion "Abbiegen, aber sicher!" warf sich Borussias-Maskottchen am Donnerstag vor einen Truck. Durch die Aktion von Stadt, Polizei und und Verkehrswacht soll die Zahl der Abbiegeunfälle in Mönchengladbach reduziert werden.

Was macht denn Jünter da? Mit dem Handy am Ohr und dadurch sichtlich abgelenkt huschte Borussias Maskottchen gestern noch so gerade bei Grünlicht über die Fußgängerfurt der Limitenstraße Richtung Gracht und wurde einahe von einem Lkw erfasst. Dem Laster, ein gigantischer "Timo-Truck" des Vereins Transport-Botschafter, blieb nichts anderes übrig, als stark abzubremsen und mit der Hupe lautstark auf sich aufmerksam zu machen.

Fans des Fohlens können an dieser Stelle aufatmen, denn natürlich war das alles inszeniert und fand unter den wachsamen Augen eines Polizeigroßaufgebots statt. Denn Stadt, Polizei und Verkehrswacht hatten im Rahmen des Projekts "Abbiegen, aber sicher!" zu der außergewöhnlichen Vorführung geladen und für etwa 30 Minuten sogar die gesamte Kreuzung sperren lassen. Passanten und Gästen aus dem Transportgewerbe, den Institutionen und Behörden sollten so die Gefahren des Abbiegens aus Sicht eines Fußgängers und eines Lkw-Fahrers verdeutlicht werden. Moderiert wurden die potenziellen Unfall-Szenarien — einmal beim Rechts- und einmal beim Linksabbiegen — von RTL-Rennsport Moderator Kai Ebel. "Arthrose hin oder her, Leute denkt an den Schulterblick", warnte Ebel gleich mehrfach.

Sie werben für die Aktion "Abbiegen, aber sicher!" - Jochen Dieckmann von den Transportbotschaftern, Kalle Ditges von der Polizei Mönchengladbach, Formel-1-Experte Kai Ebel und Borussias Maskottchen Jünter. Foto: RPO Anne Peters

Erst am Dienstag waren zwei Jugendliche in ähnlichen Situationen bei Unfällen Auf dem Willicher Damm und an der Kreuzung Korschenbroicher Straße/Reyerhütter Straße angefahren und verletzt worden. "Zwar ist die Zahl der Unfälle bei uns gesunken", sagte Hans-Gerd Möskes, bei der Mönchengladbacher Polizei Leiter der Direktion Verkehr. Dennoch sei die Zahl der Abbiegeunfälle in Mönchengladbach vergleichsweise hoch. "Bei Aktionen wie diesen wollen wir alle Verkehrsteilnehmer für die lauernden Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren", sagte Möskes. "Passanten vergessen oft, dass so ein Laster gleich vier tote Winkel hat, direkt vor und hinter dem Fahrzeug und links und rechts daneben", erklärte Jochen Dieckmann, Mitglied des Vereins Transportbotschafter.

Im Zweifel sollten Fußgänger und Radfahrer immer auf sich aufmerksam machen oder Fahrzeuge passieren lassen. Auch bei Fahrzeugführern dürfe Abbiegen nicht zur Routine werden: mental, visuell und motorisch sollte die Aufmerksamkeit laut Möskes ganz beim Fahrzeug und der näheren Umgebung liegen.

(ape)
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