Mönchengladbach: Flüchtlinge: Gutachten für JHQ liegt vor

Mönchengladbach: Flüchtlinge: Gutachten für JHQ liegt vor

Die Erstaufnahmeeinrichtung soll in einem kleinen Bereich des 460 Hektar großen Areals untergebracht werden. Die ausgewählten Gebäude haben unterschiedlichen Sanierungsbedarf. Die Instandsetzung kann bis zu 15 Monate dauern.

NRW Urban hat als 100-prozentige Beteiligungsgesellschaft des Landes Nordrhein-Westfalen vom Ministerium für Bauen und Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr den Auftrag erhalten, zu prüfen, ob ein bestimmter Bereich des JHQ als Erstaufnahme-Einrichtung für Asylsuchende nutzbar gemacht werden kann. Die Machbarkeitsstudie untersucht das Areal im Nordwesten des 460 Hektar großen Geländes, südlich des stillgelegten Heizkraftwerks.

Dabei wird nicht nur der Zustand der in Frage stehenden Gebäude geprüft, sondern auch der Sanierungsbedarf und die für alle Reparaturen und Modernisierungen erforderliche Zeit eingeschätzt. Die Ergebnisse wurden jetzt der Bezirksvertretung West (Wickrath / Rheindahlen) vorgestellt.

Die 34 unterschiedlich großen Gebäude entlang der Beresford Road wurden in der Studie in den Ampelfarben kategorisiert. Etwa ein Drittel der Bauten sind grün gekennzeichnet, das heißt, ihr Zustand ist so, dass nur Schönheitsreparaturen nötig sind, um sie bewohnbar zu machen. Das sollte in einem Zeitraum von einem halben Jahr möglich sein, so die Studie. Das gelb markierte knappe Drittel braucht aufwendigere Sanierung, was in einem Zeitraum von neun Monaten zu schaffen sein soll. Und die umfassende Sanierung der restlichen Häuser wird nicht unter 15 Monaten zu bewerkstelligen sein.

Auch die Bewertung der Infrastruktur floss in das Gutachten ein. Dabei wurde festgehalten, dass der vorhandene Schmutzwasserkanal in einem guten Zustand ist. Dort heißt es: Kurzfristig kann das gesamte System weiter genutzt werden, bei längerfristiger Nutzung ist die Erneuerung der Pumpenanlage vorzusehen. Auch das Regenwassernetz kann im jetzigen Zustand ohne größere Sanierungsarbeiten weiter betrieben werden.

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Die Versorgungsleitungen der Erstaufnahmeeinrichtung mit Gas, Wasser und Strom sollen nach der Einschätzung von NRW Urban im nördlichen Randbereich des JHQ-Geländes parallel zur Zufahrt zu den Häusern verlegt werden. Für die Herstellung der infrastrukturellen Versorgung wird ein Zeitraum von sechs bis acht Monaten notwendig sein. Die Zufahrt zu den in Frage stehenden Häusern muss nicht überarbeitet werden.

Das Land hat sich klar für eine Zentralstelle für die Erstaufnahme von Asylsuchenden im JHQ ausgesprochen. Die Stadt erwartet täglich einen positiven Bescheid aus dem Innenministerium. Das Land klärt aber im Moment noch den Mietpreis, denn das Gelände des ehemaligen JHQ gehört dem Bund, genauer: der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Und dort wird die Höhe der Miete für den vorgesehenen Teilbereich festgelegt. Außerdem muss das Land erheblich in die Infrastruktur des Geländes investieren, wenn dort Menschen dauerhaft leben sollen. Von sechs Millionen Euro ist die Rede. Das Geld muss noch ausgewiesen werden.

In den 34 bestehenden Gebäuden (vor zehn bis 15 Jahren erbaut) am nord-westlichen Rand des JHQ könnten 500 Asylsuchende temporär — das heißt, für etwa drei bis sechs Wochen — aufgenommen werden, bevor sie durch die Bezirksregierung Arnsberg, die die Federführung hat, nach einem festgelegten Verteilerschlüssel auf andere Kommunen in NRW verteilt werden. Diese Gebäude machen nur ein Prozent des Gebäudebestandes im JHQ aus. Und die Fläche an der Beresford Road, an der sie stehen, macht etwa fünf Prozent des 460 Hektar großen Areals des Mönchengladbacher JHQ aus.

Die Holzverschläge, in denen derzeit 330 Plätze für Flüchtlinge zur Verfügung stehen, würden dann endlich verschwinden. In diesen Baracken teilen sich ganze Familien ein Zimmer, die hygienischen Zustände sind katastrophal.

(RP)
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