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Flüchtlinge: Gladbach soll Zeichen setzen wie Düsseldorf, Köln und Bonn

Mönchengladbach : SPD: Gladbach soll Flüchtlinge in Seenot aufnehmen

SPD und Grüne fordern Oberbürgermeister Reiners auf, er solle ein Zeichen setzen wie seine Kollegen aus Düsseldorf, Köln und Bonn. Die hatten öffentlich erklärt, in Seenot geratene Flüchtlinge zusätzlich aufnehmen zu wollen.

Mönchengladbach soll es so machen wie die Rheinmetropolen. Die SPD-Politiker Barbara Gersmann, Gülistan Yüksel, Felix Heinrichs und Hermann-Josef Krichel-Mäurer fordern einen Beitritt der Stadt Mönchengladbach zur Flüchtlingsinitiative von Düsseldorf, Köln und Bonn. Deren Stadtoberhäupter Henriette Reker (parteilos), Thomas Geisel (SPD) und Ashok Sridharan (CDU) hatten am Donnerstag in einem offenen Brief an die Kanzlerin ihre Bereitschaft erklärt, im Mittelmeer in Not geratene Flüchtlinge zusätzlich aufzunehmen. Dies sei eine Frage der Menschlichkeit, finden die Mönchengladbacher Genossen, die dabei von der Ratsfraktion der Grünen voll und ganz unterstützt werden. Doch nicht überall gibt es Zustimmung. Man könne das Thema auch zur Selbstschau instrumentalisieren, lautet ein Kommentar in den sozialen Netzwerken. Dazu kommen die üblichen Hetz-Einlassungen.

Wie die Mönchengladbacher SPD- und Grünen-Politiker betonen, geht es ihnen um Humanität. „Gerade eine Stadt wie Mönchengladbach mit ihrer sozialen Tradition und der großen ehrenamtlichen Unterstützung in der Flüchtlingsarbeit ist hier politisch aufgerufen, die Flagge der Menschenrechte zu hissen und der Initiative beizutreten“, sagt Karl Sasserath, Fraktionssprecher der Grünen. Und in der Pressemitteilung der vier SPD-Politiker heißt es: „Angesichts freier Unterbringungsmöglichkeiten in unserer Stadt möchten wir, dass auch Mönchengladbach ein Zeichen setzt. Wir fordern den Oberbürgermeister auf, dies gegenüber den Amtskollegen und gegenüber der Bundeskanzlerin deutlich zu machen. Während in Berlin Seehofer, Merkel und die Union die Regierung fast platzen lassen und populistische Scheindiskussionen führen, nehmen wir eine europäische Lösung ernst. Wir wollen nicht abwarten, sondern unseren Beitrag leisten.“ Jenseits der Debatten um eine einheitliche Flüchtlingspolitik gehe es darum, Menschen in Not zu helfen. Mönchengladbach könne das auf jeden Fall leisten, so wie es die Stadt während der großen Flüchtlingsströme in 2015 und 2016 gezeigt habe, so die SPD. Dabei gehe es ja heute nicht einmal um so großen Zahlen.

2016 waren mit 3216 Flüchtlingen unerwartet viele Menschen nach Mönchengladbach gekommen. Dann ebbte die Zahl wieder ab. Im November 2017 wurden in der Stadt noch 850 Menschen, die aus ihren Heimatländern geflüchtet waren, betreut und beherbergt. Im März dieses Jahres waren es noch 658 Menschen, die in Mönchengladbach eine Unterkunft brauchten. Das hat dazu geführt, dass die damals in großer Hektik angemieteten Flüchtlingsunterkünfte heute nur zu einem Drittel belegt sind, obwohl einige Mietverträge schon ausgelaufen sind.

„Je mehr Kommunen sich bereit erklären, ihren kleinen Beitrag zu leisten, umso verträglicher können wenigstens die Menschen menschenwürdig aufgenommen werden, die mit den Rettungseinsätzen im Mittelmeer vor dem sicheren Tod bewahrt werden“, heißt es in dem SPD-Appell. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration sind in diesem Jahr bereits mehr als 1400 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer ums Leben gekommen.