Mönchengladbach: Filmdreh im Museum mit Pharaonen

Mönchengladbach : Filmdreh im Museum mit Pharaonen

Silke Schönfeld und Uwe Riedel leiten Filmworkshop für Kinder am Abteiberg. Der fertige Film soll vorgeführt werden.

Kennen Sie das Prinzip des Filmens vor der Green Screen? Erik kann es erklären: "Da werden die Kulissen ganz klein gemalt und dann mit dem Computer reingetechnikt." Eigentlich ganz einfach, oder? "Ich bekomme Kopfhörer auf und muss aufpassen, dass der Ton nicht rauscht" - das ist die Jobbeschreibung des Tonarbeiters Jan.

Auch die Antwort auf die Frage, was eigentlich ein "Continuity Manager" ist, kommt Luca locker über die Lippen; er erklärt, dass er darauf zu achten hat, dass, weil die Szenen asynchron gedreht werden, die Schauspieler immer gleiche Kleidung oder Accessoires tragen.

Solche Antworten kann man in diesen Tagen in der Malklasse des Museums Abteiberg erhalten. Hier sind schon in den ersten Tagen des Sommerferienkurses die Kinder voll im Bilde. Die Malklasse quillt förmlich über: sowohl von hin und her wuselnden, malenden, bastelnden und diskutierenden Kindern als auch von Material: Farben natürlich, Papiere, Zeitschriften, Fotokopien von ägyptischen Pyramiden ebenso wie von Filmstills aus "Transformer" oder Ansichten von New York City, alte Filmrollen, unterschiedlichstes Verpackungsmaterial von der Toffifee-Pappbox bis zum Kunststoffseil - alles steht den 15 Kindern im Alter von 10 bis 14 Jahren zur Verfügung.

Seit Ferienbeginn treffen sie sich täglich von 11 bis 17 Uhr (und das ganze zwei Wochen lang) in der Malklasse des Museum Abteiberg. Ihr Plan: "Wir drehen einen Fantasy-Film" - so der Titel des Sommerferienkurses, den das Museum, gefördert durch das Projekt "Kulturrucksack NRW", anbietet.

Unter der Leitung der Künstlerin Silke Schönfeld und des Museumspädagogen Uwe Riedel werden in den zwei Wochen ein Drehbuch und Dialoge, Kulissen und Kostüme erdacht, gebaut und erfunden und vor einer großen Green Screen gefilmt. Dabei wird die Gruppe von Chris Müller von Framebuilder Film und Medien unterstützt. Normalerweise dreht er unter anderem Dokumentationen - in diesen zwei Wochen wird Müller zum Regieassistenten und soll den Kindern zeigen, was technisch überhaupt machbar ist.

In dem Film, so erläutern Celina und Nina geduldig, wird es um einen Erfinder in seinem Labor gehen, der Cyborgs baut, und um Ägypten, in dem Kinder, die aus der Zukunft kommen, versehentlich landen, weil sie im Aufzug den falschen Knopf gedrückt haben - natürlich haben die 15 die Handlung selbst erfunden und mit Hilfe von Schönfeld und Riedel zu einer Story zusammengesetzt.

Finn ("hier ist es cooler als erwartet" - gibt es ein besseres Feedback?) wird mit Kaspar und Erik die Cyborgs bzw. Polizisten geben. Sie tragen dazu coole T-Shirts, die sie mit "CB" bedruckt und mit einem Munitionsgurt und einer Schulterplatte versehen haben.

René, der mit Florian die Wächter vor der Pyramide geben wird, kennt sich aus: Schließlich hat er "Nachts im Museum 2" gesehen und weiß, wie Pharaonen aussehen. Aus dem Stoff-Fundus hat er bereits ein Kostüm hergestellt. Auch Tom, im Film der Professor, weiß Bescheid: "Ich hab' ne App, mit der man Musikvideos drehen kann." Vivian, Adrian und Amelie werden die Kinder spielen, helfen jetzt aber, ebenso wie Finnja, die für die Kostüme zuständig ist, noch beim Kulissenmalen.

Nina würde später vielleicht gerne mal Schauspielerin werden, daher freut sie sich aufs Agieren vor der Green Screen - aber nicht alle Kinder haben Jobs vor der Kamera. Hinter der Kamera werden Florian, Mick und Luca agieren. Florian hat immerhin schon einmal mit einer kleinen Handkamera gedreht.

Was noch nach ziemlich viel Gewusel und Gewimmel aussieht, wird sich in den kommenden Tagen zu einem Film entwickeln, der dann auch öffentlich gezeigt werden soll. Zuvor wird sich aber Uwe Riedel noch um die sogenannte Postproduktion kümmern müssen und die gedrehten Szenen zu einer runden Sache abschließen. - Auf das Ergebnis darf man gespannt sein.

(b-r)
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