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Mönchengladbach: Feucht-fröhliche irische Sommernacht

Mönchengladbach : Feucht-fröhliche irische Sommernacht

Wenn man an Irland denkt, dann steigen vor dem inneren Auge Bilder von saftig-grünen Wiesen, schnuckeligen Schafen, dunklem, cremigem Bier auf, und der Geruch nach Meer stellt sich ein. Bilder eines Landes, in dem die Witterung feucht und der Humor trocken ist. Die Begleitmusik dazu tendiert zwischen Melancholie und fröhlicher Lebenslust. Das alles verkörperte beim vierten Konzert der Sommermusik auf Schloss Rheydt der irische Sänger Kieran Goss, der im Arkadenhof des Schlosses spielte.

"Kannst dich noch erinnern? Letztes Jahr? Wat für'n Wetter", raunt ein Besucher einem anderen im Vorbeigehen zu. Ja, im letzten Jahr hatte das Konzert im Arkadenhof mit Gipsy-Gitarrist Joscho Stephan Premiere. Passend zu seiner Musik genossen die Besucher einen lauen Sommerabend unter klarem Sternenhimmel. In diesem Jahr steht für das kleinste Konzert der Sommermusik also Irland auf der musikalischen Landkarte, und die Atmosphäre könnte auch dieses Mal nicht passender sein. Der Geruch von Wasser zieht von den Burggräben herüber, das leise Rauschen der Wassermühle ist zu hören. Mit ein bisschen Fantasie kann man das Gefühl bekommen, man sei gerade in einem Schloss auf der grünen Insel. Und Regenschirme müssen vor dem Regen schützen. Passt ins Irland-Bild.

Kieran Goss ist nicht nur ein Sänger und Songwriter, er ist ein Entertainer durch und durch. Zwischen seinen Songs unterhält er sein Publikum mit kleinen Geschichten aus Irland, Anekdoten aus seiner Karriere und selbstironischen Bemerkungen. Es wird viel gelacht und es wird in den Reihen des Publikums auch viel mitgesungen. Denn es gibt einige Fans, die den irischen Künstler schon lange kennen, seine Texte lieben und die nicht zum ersten Mal eines seiner Konzerte besuchen.

Kraft in der Ruhe vermittelt

Begleitet wird der Gitarrist und Sänger Kieran Goss von Kontrabassist Gareth Hughes und der Sängerin Ann Kinsella. Ein Trio, das eindrucksvoll vermittelt, warum in der Ruhe die wirkliche Kraft liegt. Die Stimmen perlen von der Bühne, das Publikum hört still und verzückt zu. Erst zum Applaus scheint wieder Leben in die Reihen zu kommen.

Am Ende geht man heiter in die Nacht hinaus, vorbei an der Turnierwiese, auf der die verwaiste große Bühne und die trostlosen Pfützen auf den Plastikplanen die gute Stimmung nicht zu trüben vermögen. Der irische Humor wirkt noch lange nach, die Melodien klingen weiter im Ohr: Das Leben kann so einfach sein.

(RP)