Mönchengladbach: Festival im JHQ: Klarheit Mitte Juli

Mönchengladbach : Festival im JHQ: Klarheit Mitte Juli

Übernächste Woche, voraussichtlich am 15. Juli, wird feststehen, ob im JHQ ein Nachfolge-Festival für "Rock am Ring" veranstaltet werden kann. Dann soll die Machbarkeitsstudie, die in erster Linie artenschutzrechtliche Belange untersucht, weit genug gediehen sein. Das sagten Marten Pauls, Chef des Event-Unternehmens Campo, und Michael Hilgers, Geschäftsführer des Hockeyparks, gestern im Gespräch mit der RP: "Alle Untersuchungen und Gespräche sind auf einem guten Weg."

Auf sämtliche Fragen, Sorgen und Einwände von Anwohnern, Naturschützern und Gemeinden wolle und werde man individuell eingehen, spätestens sobald ein Genehmigungsverfahren anläuft, versicherten Pauls und Hilgers. "Entwarnung" gaben sie bereits in Richtung Schwalmtal: Nach aktualisiertem Planungsstand erstrecke sich das Festivalgelände ausschließlich auf Mönchengladbacher Stadtgebiet, auch die Verkehrserschließung erfolge nicht über Schwalmtal.

Naturschutz muss gewährleistet sein

Zuletzt hatte speziell der NABU intensive Bedenken angemeldet: Die Vogelbrut würde durch ein Festival gestört, wildes Campen, Trittschäden, Vandalismus und kriminelles Verhalten seien zu erwarten. Diesen zum Teil diffusen Ängsten werde man mit Fakten, wissenschaftlichen Erkenntnissen und hoher Professionalität begegnen, so Hilgers und Pauls. Und dadurch, dass man in allen Planungen stets vom schlimmstmöglichen Fall ausgehe. Ein Beispiel: Da die diesjährige Vogelbrut beendet ist, besteht nur die Möglichkeit, anhand vorheriger Kartierungen und bestehender Populationen Rückschlüsse darauf zu ziehen, welche Arten im Frühjahr tatsächlich im HQ-Areal brüteten.

Infolge dessen würden, so Hilgers, Teilbereiche aus den Festivalplanungen ausgeschlossen, von denen sich, wenn im Frühjahr 2015 dann das tatsächliche Brutverhalten kartiert wird, eventuell herausstellt, dass man sie doch hätte nutzen können. "Wir planen derzeit mit viel mehr Fläche, als wir eigentlich brauchen, um sensible Teilbereiche gegebenenfalls ausschließen zu können", so Pauls. Er hob noch einmal das hohe Maß an Gründlichkeit und Professionalität hervor, mit dem die Stadt vorgehe: "Sowas habe ich in 20 Jahren noch nicht erlebt."

Auch der Nürburgring und das Gelände von Rock im Park in Nürnberg lägen in Landschaftsschutz-, Naherholungs- oder Wasserschutzgebieten. "Auch dort haben wir nicht nur die gesetzlichen Vorgaben erfüllt, sondern permanent neue Umweltstandards in der Festivallandschaft gesetzt", so Pauls. Die Marek Lieberberg Konzertagentur wolle Gladbach langfristig im internationalen Konzertkalender verankern - und das gehe nur mit nachhaltigen Ideen wie Müllpfandsystemen und Green-Camping-Flächen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Rock am Ring: Fans kommen gerne nach Gladbach

(RP)
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