Female Founders Circle in Mönchengladbach: „Freiluftbande“ lässt leichter lernen

Netzwerk für Gründerinnen : Female Founders Circle: Leichter lernen mit der „Freiluftbande“

Der „Female Founders Circle“ ist das Netzwerktreffen, bei dem sich weibliche Gründer in Mönchengladbach austauschen.

In der Gründer- und Startup-Szene sind Frauen noch immer in der Minderheit. Zerrin Börcek und ihre Mitstreiterinnen wollen mit dem „Female Innovation Hub“  Gründerinnen unterstützen, die „mit originären Ideen digitale Wertschöpfung kreieren und innovativen Geschäftsmodellen den Markt revolutionieren wollen“. Eine Plattform ist der „Female Founders Circle“, bei dem eine Geschäftsidee vorgestellt und diskutiert wird. Das letzte dieser Netzwerktreffen fand auf dem Mönchengladbacher Campus der Hochschule Niederrhein statt. Zwar musste eine der Referentinnen des Abends, Prof. Ekaterina Nannen, kurzfristig absagen. Mit der Design-Thinking-Expertin Nathaly Nagler  gab es für die Besucher der Veranstaltung dafür spontan einen Workshop zu Kreativtechniken.

Im Zentrum stand jedoch der Vortrag und das Gründungskonzept von Kira Tillmanns. Sie ist Geschäftsführerin der „Freiluftbande“ aus Wuppertal. Dabei handelt es sich um ein analoges Log-Buch, mit dem Grundschulkinder gemeinsam mit ihren Familien auf Schnitzeljagd gehen können. Über kniffelige Rätsel und spannende Themen lernen die Kinder spielerisch dazu und erleben ihr eigenes kleines Abenteuer.

Auslöser war die Legasthenie von Tillmanns Sohn. Der Junge kam wegen seiner Lernschwäche in der Schule nicht mit. „Mit viel Tränen und Zuspruch versuchte ich, mit meinem Sohn den Schulstoff aufzuarbeiten“, erklärt die Gründerin dem rund 20-köpfigen Publikum die Situation. „Ein kleiner Lernfreund sollte her.“ Lernroboter, Computerspiel, E-Brettspiel? Tillmanns verwarf all das wieder. Dann die Eingebung: „Kinder lieben Abenteuer, warum diese Welt nicht mit der des Lernens verbinden?“ Dieser Gedanke war die Basis für die „Freiluftbande“. Suchen, sammeln, bewegen, erkunden, analog, nicht digital, für Sieben- bis Zwölfjährige. Hinter der „Freiluftbande“ steht ein Team.

Tillmanns zeigt auf, wo Probleme lagen oder liegen. Erzählt ihre Geschichte: dass sie sich während ihres Masterstudiums in Marketing und Management entschlossen hat, ihre Stelle im strategischen Bereich der unternehmensinternen Marktforschung der 3M Deutschland GmbH aufzugeben und in die Projektarbeit einzusteigen; dass sie als Projektleiterin bei der Hochschulgruppe Wuppertal der Enactus Germany begann, ein Team zu formen; dass sie an der Bizeps Startup Akademie teilnahm und mit vier Kommilitonen im Januar 2018 ihre Idee ausgründete. Die „Freiluftbande“. Noch immer kann keiner von ihnen davon leben, alle machen das nebenbei. Sie sind aber überzeugt, dass es einen Bedarf, also einen Markt gibt.

Den hat auch Nathaly Nagler gefunden. Im Studium hat sie das  trainiert, was sie jetzt mit anderen teilt: strukturierte Wege zu kreativen Ideen. Im Workshop stellt sie Techniken wie die „Backsteinmethode“ (was man so alles mit einem Backstein machen kann), „Kopfstandmethode“ (das Gegenteil denken, um sich dem Eigentlichen wieder anzunähern), Reizwortanalyse oder Mind-Mapping vor. Ebenso wichtig den Fluss der Kreativität sei die Umgebung: „Viel Tageslicht, viel Raum und helle, bewegliche Möbel“ ist ihre Empfehlung.