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Felix Heinrichs: Jüngster Oberbürgermeister des Landes - nach Stichwahl 2020

Felix Heinrichs aus Mönchengladbach : Der jüngste Oberbürgermeister des Landes

Der jüngste Oberbürgermeister des Landes kommt aus Mönchengladbach: Mit 31 Jahren zieht Felix Heinrichs ins Rathaus Abtei ein. Er gewann die Stichwahl am Sonntag.

Mit Charisma und Charme machte der Politologe die Schwäche seiner SPD wett, die sich bei der Ratswahl erneut der CDU geschlagen geben musste. Sein Erdrutschsieg mit 74 Prozent Zustimmung macht einmal mehr deutlich, wie entscheidend Persönlichkeit und Ausstrahlung bei der Wählerentscheidung sind. Heinrichs vermittelte in Auftritt und Haltung Authentizität, war in den sozialen Medien omnipräsent, blieb auch nach dem Wahlsieg demütig: „Ich bin platt“. Der Erfolg erfülle ihn „mit Stolz und Respekt vor dem Amt“.

Der Politologe, bislang als Geschäftsführer eines privaten Altenheims in Mönchengladbach tätig, ist kein politischer Neuling. Als SPD-Fraktionschef hat er in einer großen Koalition mit der CDU die Stadtpolitik der vergangenen Jahre maßgeblich mitbestimmt. Heinrichs kam an die Spitze der Fraktion, als vor sechs Jahren der damaligen SPD-Oberbürgermeister abgewählt wurde. Jetzt holte er für die SPD das Rathaus zurück.

Die Zusammenarbeit mit der CDU und dem ihm eng verbundenen Fraktionsvorsitzenden (Gast sogar bei der SPD-Wahlparty am 13.9.) hat Heinrichs stets als gut und erfolgreich beschrieben. Heinrichs ließ im Wahlkampf allerdings offen, ob er – wie allgemein erwartet – als neuer Oberbürgermeister wieder auf Schwarz-Rot setzen wird.

In der Stadtgesellschaft kann der neue OB wohl auf breite Unterstützung unterschiedlicher Gruppen vertrauen. Viele kennen und schätzen ihn – als sozial und kulturell engagiert, als Prinzgardist im Karneval, als Borussenfan im Stadion, als Freund des Brauchtums und liberalen Geist. Heinrichs ist mit der halben Stadt per Du, auch mit seinem Mitbewerber Frank Boss, den er jetzt trösten muss. Wie sagt man in Gladbach? „Wir bleiben Freunde.“