1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Fedriges und Provokantes im Ladenlokal

Mönchengladbach : Fedriges und Provokantes im Ladenlokal

Seit ein paar Monaten gibt es das "Textil im Exil" an der Hauptstraße in Rheydt. Studierende des Fachbereichs zeigten jetzt, was sie im vergangenen Semester geschaffen haben. Entstanden sind innovative und experimentelle Textilien.

Im Schaufenster steht eine junge Frau, sie hat rosa Haare, trägt lila Kontaktlinsen und ein auffälliges Outfit - ob es straßentauglich ist, ist fraglich. Mit ihrem Aussehen möchte Leonie Laufenburg ein wenig provozieren. "Ich möchte sehen, wie die Leute darauf reagieren", sagt die Studierende der Produktentwicklung. Ihr gewandartiges Werk mit Kapuze, hat sie in Blau und Rosa bedruckt, die Nacht und schlechte Gedanken sollen sich darauf widerspiegeln. Hinter ihrem Werk steckt eine gewisse Tiefgründigkeit.

 Umhänge, Bomberjacken, Blusen - alles ist erlaubt. Im Ladenlokal an der Hauptstraße ist Vorzeigbares entstanden.
Umhänge, Bomberjacken, Blusen - alles ist erlaubt. Im Ladenlokal an der Hauptstraße ist Vorzeigbares entstanden. Foto: Bauch Jana

Ein Stück weiter findet man die Studentin Leona Hülser. Sie hat eine Freundin gebeten, als Model zu agieren. Hülsers Arbeit ist sehr modern und im Schnitt einer Bomberjacke gefertigt. In Blautönen gehalten hat sie einen Stoff designt, der an ein Federkleid erinnert. Ihre Kommilitonin Lauren Smith hat sich von Malbüchern für Erwachsene inspirieren lassen. Mit Hilfe von Photoshop hat sie Oberteile im Kimono-Style gefertigt.

Mönchengladbach: Fedriges und Provokantes im Ladenlokal
Foto: Bauch Jana

Ein Semester lang hatten die Studierenden des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik und die inkludierte Studentin des Schmuck- und Produktdesigns Zeit, innovative und experimentelle Textilien zu fertigen. Unter der Leitung von Dozentin Anna Koch sollten die Studierenden ihrer Inspiration folgen und Muster untereinander kommunizieren lassen. "Jeder konnte in diesem Kurs seiner eigenen Intention folgen, sich versuchen, und dies über unterschiedliche Darstellungstechniken", sagt Anna Koch. Sobald die Idee und erste Entwürfe vorhanden waren, konnten sich die Studierenden zwischen dem Transfer-, Digital- oder Schablonendruck entscheiden. Ziel des Kurses war die Gestaltung der Flächen eines Kleidungsstückes.

Mönchengladbach: Fedriges und Provokantes im Ladenlokal
Foto: Bauch Jana

Als zusätzlicher Raum und Möglichkeit, sich kreativ zu entfalten, dienen den Studierenden die großzügigen Räumlichkeiten des "Textil im Exil" in einem Ladenlokal an der Hauptstraße 59 in Rheydt. Seit Oktober vergangenen Jahres können diese genutzt werden. Dort stehen ihnen Nähmaschinen und Web-stühle zur Verfügung. Ermöglicht wird das Projekt durch die finanzielle Förderung des Textile- and Fashion-Network, es wurde vom Quartiersmanagement vorgeschlagen und von Dekan Rudolf Voller realisiert. Vorerst stehen die Räumlichkeiten noch bis zum März zur Verfügung. Rudolf Voller hofft aber auf eine Verlängerung. "Die Studierenden können hier frei arbeiten, kreativ sein und sich gegenseitig inspirieren. Es wäre wirklich schade, wenn das wegfallen würde."

(sikr)