Sammler aus Mönchengladbach: Faszination Modellspielzeug

Sammler aus Mönchengladbach: Faszination Modellspielzeug

Leidenschaftliche Sammler, Modelleisenbahner, Modellauto- und Blechspielzeugliebhaber: Gestern boten zahlreiche Aussteller ihre Sammlerstücke auf dem Markt im Haus Erholung an. Wir stellen drei davon vor.

Durch das Haus Erholung weht am Sonntag ein Hauch von Nostalgie: 27 Aussteller sind hier, um Modellspielzeuge zu zeigen und zu verkaufen. Veranstalter Jürgen Hörner weiß, woher die Faszination für Modellspielzeuge kommt: "Als Kind hat man sich die Modelleisenbahn oder das Modellauto oftmals nur im Schaufenster anschauen können", sagt er. "Denn das war meist zu teuer. Als erwachsener Mensch kann man sich dieses dann auf einmal leisten und die Leidenschaft ausleben." Spricht man mit den Ausstellern über ihre Schätze, wird schnell klar, dass tief im Innern jedes Einzelnen immer noch das Kind zu finden ist, das Modellspielzeug liebt.

Hans-Bernhard Leppkes hat sich auf den Digitalumbau und Sound-Einbau von Modellspielzeug spezialisiert. Foto: Andreas Baum

Rüdiger Hennig ist ein Aussteller, der regelmäßig bei dem Markt dabei ist. Seine Sammlung umfasst vorwiegend Modelleisenbahnen und -autos. Seine ganz besondere Leidenschaft für das heute nostalgische Spielzeug führt auch er auf seine Kindheit zurück: "Ich bin direkt neben der Zeche Zollverein in Essen aufgewachsen", so der Modellspielzeugliebhaber. "Mit zwölf Jahren habe ich angefangen zu sammeln. Aufgrund eines Umzuges im Jahr 2010 wollte meine Frau dann, dass ich meine Stücke verkaufe." Auch wenn Hennig erst glaubte, nicht richtig zu hören, hat sich dadurch ein An- und Verkaufgeschäft entwickelt, das ihn nun regelmäßig auf die Modellspielzeugmärkte fahren lässt. Sein wertvollstes Stück ist die Lokomotive Märklin sk 800. Stolze 380 Euro bezahlt man dafür - schon Anfang der 1950er Jahre kostete sie 120 Mark.

Modelleisenbahn-Sammler Rüdiger Henning zeigt die Lokomotive Märklin sk 800. Foto: Andreas Baum

Hans-Bernhard Leppkes hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Er spezialisierte sich auf den Digitalumbau und Sound-Einbau bei Modellspielzeug. "Ich kann eine Lok so umbauen, dass sie sich wie eine echte Lok anhört", sagt Leppkes. Er tüftelt also so lange an den Ioden herum und baut Raucheinsätze ein, bis Bremsgeräusche und echter Rauch aus dem kleinen Spielzeug kommen. Leppkes ist seit mittlerweile 30 Jahren Modellspielzeug-Fan und kann sich ein Leben ohne nicht mehr vorstellen.

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Weg von den klassischen Modelleisenbahnen findet man bei Klaus Udo Knoll altes Spielzeug, vieles davon aus Blech, aus den Jahren 1949 bis 1970. Seit 1972 führt Knoll seinen eigenen Laden in Düsseldorf. Eines der teuersten Spielzeuge, das man auf seinem mit rotem Samt ausgelegten Tischen finden kann, ist der Esso Extra Motor Oil Tanklastzug von 1955. Für den möchte Knoll 700 Euro haben. Eines seiner Lieblingsteile ist aber der rote Distler Porsche. "Damit wurde früher nicht gespielt, deshalb gibt es auch keine Gebrauchsspuren." Auch wenn er regelmäßig auf den Modellspielzeugmärkten ausstellt, behält er seine "wahren Schätze" aber doch lieber für sich selbst - ein waschechter Sammler also. Nur für seine Sammlung steht Knoll eine 80 Quadratmeter große Wohnung zur Verfügung, die genug Raum bietet, um die Stücke zu präsentieren.

Der nächste Modellspielzeugmarkt im Haus Erholung findet am 24. Juni statt.

(sikr)